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	<title>Rug Pundits &#187; Book Review</title>
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	<description>From the other side of the fence</description>
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		<title>Der Gedanke der Authentizität oder authentisches Denken?</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 20:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Arab World]]></category>
		<category><![CDATA[Elizabeth Suzanne Kassab]]></category>

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		<description><![CDATA[Spätestens seit den Demonstrationen in Teheran im Sommer 2009 haben so genannte Social Media Applikationen (Facebook und Twitter) die westliche Berichterstattung über ganze Weltregionen – und damit auch die allgemeine Wahrnehmung derselben – wesentlich beeinflusst. Ganz besonders trifft dies für die arabische Welt und das westliche und vor allem muslimische Asien zu, das vermehrt im geopolitischen Medienfokus steht. Der Wert dieser Quellen ist begrenzt. Erstens handelt es sich meist um keinen repräsentativen Teil der Bevölkerung. Zweitens schränkt die Notwendigkeit einen Internetzugang zu haben und sich darüber hinaus eloquent auf Englisch ausdrücken zu können, um auch wahrgenommen zu werden, die Auswahl auf die urbane Oberschicht ein, die oft noch im Westen, der Zielregion ihrer Information, ausgebildet wurde oder sogar teilweise dort lebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Essay im Zuge einer Vorlesung by Dr. Hartmut Fähndrich an der ETHZ im HS2011)</p>
<p><strong><em>Der Gedanke der Authentizität oder authentisches Denken?</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Spätestens seit den Demonstrationen in Teheran im Sommer 2009 haben so genannte Social Media Applikationen (Facebook und Twitter) die westliche Berichterstattung über ganze Weltregionen – und damit auch die allgemeine Wahrnehmung derselben – wesentlich beeinflusst. Ganz besonders trifft dies für die arabische Welt und das westliche und vor allem muslimische Asien zu, das vermehrt im geopolitischen Medienfokus steht<a title="" href="#_edn1">[i]</a>. Der Wert dieser Quellen ist begrenzt. Erstens handelt es sich meist um keinen repräsentativen Teil der Bevölkerung. Zweitens schränkt die Notwendigkeit einen Internetzugang zu haben und sich darüber hinaus eloquent auf Englisch ausdrücken zu können, um auch wahrgenommen zu werden, die Auswahl auf die urbane Oberschicht ein, die oft noch im Westen, der Zielregion ihrer Information, ausgebildet wurde oder sogar teilweise dort lebt. Auch wenn diese Einschränkung anerkannt wird, geht man aber oft davon aus, dass durch eine Berichterstattung über diese Quellen aus der Oberschicht, die Diskussionsthemen der gebildeten Bevölkerung adäquat wiedergegeben werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Im Falle der arabischen Welt meinte der tunesische Soziologe al-Taher Labib in einem Interview mit der Zeitung al-Hayat<a title="" href="#_edn2">[ii]</a> , dass die Denker und Kommentatoren, die die zweite <em>Nahda</em> hervorbrachte, kritisch betrachtet werden müssten – es gäbe den ernsthaften/seriösen Denker und den sogenannten ‚Intellektuellen’, der damit beschäftigt ist, sich als ‚Experte’ zu positionieren. Labib meint, dass die Fähigkeit, aber auch die Verantwortung des seriösen Denkers es wäre, Aussagen mit Bedeutung hervorzubringen. Die ‚Denker’, die über das Internet auch im Westen schnell Gehör finden, gehören nach Labib’s Darstellung meist eher zu ‚Experten-Intellektuellen’. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Gedanken die Gesellschaft wirklich bewegen, bzw. welche als essentiell betrachtet von der intellektuellen Elite des Landes intensiv diskutiert werden, sind diese Quellen mehr als unzureichend, im schlechtesten Fall zeichnen sie sogar ein komplett verzerrtes Bild. Diese Diskussionen in der arabischen Welt sind außerhalb ihrer Grenzen fast unbekannt, das heißt sie spielen z.B. in europäischen Überlegungen zu aktuellen Entwicklungen im arabischen Raum keine Rolle. Die arabische Welt (wo auch immer man diese schlussendlich lokalisiert) wird als eine statische Menschenmasse porträtiert. Ihre Beweggründe werden im Westen oft schnell mit einfachen materiellen Konzepten wie ‚steigende Nahrungsmittelpreise’ erklärt. Was sie auf intellektueller Ebene bewegt bleibt meist unbeachtet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Der Hinweis auf Labib’s Kommentare bezieht sich auf Elizabeth Suzanne Kassab’s Buch ‚Contemporary Arab Thought – Culture Critique in Comparative Perspective’, eine Auseinandersetzung mit den Diskussionen in der arabischen Welt zu Identität. Ihre Übersetzungen der al-Hayat Interviews aus den Jahren 2006 und 2007 setzen den Schlusspunkt unter einen Überblick mit viel kritischer Auseinandersetzung der intellektuellen Debatten zur arabischen Kultur seit 1967.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Kassab beleuchtet verschiedene Aspekte &#8211; von der ersten <em>Nahda</em> über die Phase nach 1967, die Diskussion von Kultur, Islam und Säkularismus bis zu den postkolonialen Diskussionen. Indem sie zu jedem Kapitel die Kommentare eines Intellektuellen genauer beleuchtet, vermag sie, über das ganze Buch gesehen, einen Einblick in viele verschiedene Narrativen von Marokko (<em>Abdallah Laroui</em>) bis Syrien (<em>Sadeq al-Azm</em>), von im deutschsprachigen Raum bekannteren Namen wie <em>Bassam Tibi</em> zu unbekannteren Stimmen, wie derjenigen der christlichen Araber in Israel und Palästina (<em>Naim Ateek</em>), zu geben. Im Folgenden möchte ich auf zwei Konzepte eingehen, die bei vielen von Kassab beleuchteten Denkern eine Rolle spielen und daher in unzähligen Debatten immer wieder im Mittelpunkt stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Nach innen gerichtete Kritik</em></p>
<p><em> </em></p>
<p style="text-align: justify;">Im Gegensatz zur (ersten)<a title="" href="#_edn3">[iii]</a> <em>Nahda</em>, für die exemplarisch Muhammad Abduh’ und Jalal ud-din al-Afghani immer wieder von verschiedenen Autoren herangezogen werden, richtet sich die Kritik arabischer Denker nach der Niederlage gegen Israel im Sechstagekrieg nicht mehr in erster Linie nach außen (‚against the Other’) sondern zusehends nach innen. „The shock of the 1967 defeat provoked the bitter realization that fundamental mistakes were made in carrying out these postcolonial projects [<em>welche in der ersten Nahda diskutiert wurden, Anm.</em>]. Some Arabs continued to view their governments and fellow nationals as faultless victims, but for many a fundamental questioning of ideas and policies had become necessary.“ Um diese (Selbst-)Kritik möglich zu machen, müssen wichtige Voraussetzungen geschaffen werden, die, nach Ansicht vieler der von Kassab beleuchteten Denker, gerade auch heute noch zu den wichtigsten zählen und gerade im Falle Syriens auch ausserhalb der arabischen Welt verstanden werden sollten. Kritik ist nur in Freiheit, also in einer Demokratie, möglich. Exemplarisch dafür stehen Saadallah Wannous’ Werke. In ‚Ana al-Janaza wa al-Mushayyi’un’<a title="" href="#_edn4">[iv]</a> schreibt er von seinem Bedürfnis ‚Nein’ zu sagen zur politischen und gesellschaftlichen Unterdrückung. Kritik ist nur möglich wenn der Araber sich von ideologischen Termini löst und nicht einfach die eigene Identität durch die Sprache oder Religion oder <em>arabische</em> Kultur, die ihn mit anderen arabischen Ländern verbindet als Argument anführt, sondern die eigene Geschichte als passierte Geschichte und nicht al Tradition betrachtet (<em>Traditionalism vs. Historicism, Laroui</em>). Weiters kommen immer wieder Frauen zu Wort, die, wie Kassab kritisch bemerkt, auch in den sich selbst aufgeklärt gebenden Kreisen arabischer Intellektueller selten eine Stimme bekommen. Leila Ahmad oder Nawal el-Saadawi weisen darauf hin, dass Frauen (auch exemplarisch für andere Minderheiten) durch ihren doppelten Kampf gegen die Unterdrückung (gegen die Macht im Staat aber auch die eigene Gesellschaft) besonders betroffen sind. Nicht nur in diesem Thema vermag es Kassab, obwohl ihr Buch mehr ein Einblick als eine explizite Kritik jedes einzelnen Denkers ist, immer wieder die Argumente zu hinterfragen und gegeneinander zu stellen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Turath</em></p>
<p style="text-align: justify;">Einer der immer wiederkehrenden Begriffe ist der des <em>turath.</em> Kritiker wie Fouad Zakkariya und Ali Ahmad Sa’id sehen die dauernde Berufung auf die glorreiche Geschichte der arabischen Welt zur Schaffung einer aktuellen Identität als Hindernis an. Zakkariya meint, dass diese Rückbesinnung zwar auch in Europa existierte (das sich ständige Beziehen auf den Westen zieht sich einerseits wie ein roter Faden durch alle Kommentare, ist gleichzeitig aber auch ein Kritikpunkt einiger Denker), Europa aber nicht daran gehindert habe zu wachsen und seine Macht auszubauen. Zwar können aus Tradition wichtige Werte gewonnen werden, sie sei aber nicht Teil der ‚living mind of the contemporary Arab’ und daher entkoppelt von seiner wirklichen (und nicht nur ideologisch konstruierten) Identität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Konzepte in der jungen Internetszene</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Um zurück auf die ‚Experten’ der modernen Internetlandschaft zu kommen – auch diese, wenn auch manchmal nur unterschwellig kommuniziert, werden von den Diskussion zur innen-gerichteten Kritik und der Diskussion zur Bedeutung der <em>turath</em> sehr beeinflusst. Wie Kassab in der Einleitung zu ihrem Buch meint: ‚Growing up in Lebanon in the second half of the twentienth century, I could not imagine the Arab world without anguished debates on culture. The Arab mind was for me invariably associated with questions of cultural crisis, […]. [The] Arab debates were […] on the fringes of my awareness. [This neglect] applies to almost any student graduating in the Arab world, […].’ Für viele Quellen, auf die sich westlicher Journalismus zur Befindlichkeit der arabischen Welt bezieht (und das ist nun mal eher der junge al-Jazeera Korresepondent und nicht ein Sadeq al-Azm oder Abdallah Laroui), spielen diese Diskussion zu Kultur eine grosse Rolle, werden aber als Diskussion selten nach aussen getragen und erscheinen damit nicht am Radar der westlichen Aufmerksamkeit. Es ist gerade dieser Konflikt der Kritikfähigkeit an der eigenen Kultur mit dem Selbstverständnis der Kritik am Westen, um den sich unzählige Debatten drehen. Kassab’s Buch zeigt eindrücklich, dass obwohl (oder gerade weil) sich die Suche nach einer arabischen Identität auch 45 Jahre nach 1967 noch immer in einer Krise befindet, die Diskussionen dazu äusserst lebendig sind und nicht nur existieren, wenn der Westen den arabischen Frühling verkündet.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div>
<p>Contemporary Arab Thought</p>
<p>Elizabeth Suzanne Kassab</p>
<p>Columbia University Press, 2010</p>
<p><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p style="text-align: justify;"><a title="" href="#_ednref">[i]</a> Meine Aussagen stützen sich dabei in erster Linie auf den Fall Pakistans, wo ich schon seit einigen Jahren Diskussionen sowohl online als auch offline verfolge und daran teilnehme. Dabei gibt es einerseits Schnittpunkte mit der arabischen Welt (Religion, Geschichte aber in erster Linie Post-Kolonialismus- und Imperialismus-Kritik), andererseits habe ich parallel zur Vorlesung <em>Die arabische Welt im &#8220;kurzen 20. Jahrhundert&#8221; (1914-1989)</em> begonnen, online Diskussionen im arabischen Raum zu verfolgen so weit mir das möglich war (die Verwendung von Sprache im Vergleich in subkontinentaler – meist Englisch &#8211; und arabischer – meist Arabisch -Auseinandersetzung wäre ein eigener Aspekt, der genauere Betrachtung verdienen würde). Grundlegende Muster der Diskussion zu Identität und Selbstdefinition, insbesondere gegenüber dem Westen sind in beiden Regionen, wenn sie sich nicht sogar um dieselben Argumente drehen, vergleichbar. Grundlegende Kritik aus der arabischen Welt wie die von Edward Said, oder die in der arabischen Welt wahrgenommen wird (wie Frantz Fanon) spielt auch am Subkontinent eine entscheidende Rolle.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref">[ii]</a> al-Hayat, 6. Februar 2006 (daralhayat.com)</p>
</div>
<div>
<p style="text-align: justify;"><a title="" href="#_ednref">[iii]</a> Ob spätere ‚Renaissancen’ (zumindest eine nach 1967 und eine in der aktuellen Diskussion) in der arabischen Welt als erfolgreich bezeichnet und damit als zweite <em>Nahda</em> angesehen werden können, ist umstritten, und Teil der Betrachtungen im Buch.</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ednref">[iv]</a> Al-A’mal al Kamila, Saadallah Wannous, 2005 (trans. Kassab)</p>
</div>
</div>
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		<title>Water War Mongering or Untapped Potentials?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 22:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Article]]></category>
		<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Aaron T. Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Brahma Chellaney]]></category>
		<category><![CDATA[India]]></category>
		<category><![CDATA[John Briscoe]]></category>
		<category><![CDATA[Kyrgyzstan]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[W. Todd Jarvis]]></category>
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		<description><![CDATA[Literature on the nexus between Water and Conflict is extensive and the debate on very basic principles of the discussion is very much in process. A number of papers are simply dedicated to give an overview over different publications and viewpoints1. With increasing stress on the resource around the world, in quantity and quality and to different degrees in different parts of the world, the issue is gaining considerable weight. And with that, hyperbole.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Literature on the nexus between Water and Conflict is extensive and the debate on very basic principles of the discussion is very much in process. A number of papers are simply dedicated to give an overview over different publications and viewpoints (1). With increasing stress on the resource around the world, in quantity and quality and to different degrees in different parts of the world, the issue is gaining considerable weight. And with that, hyperbole. Wolf and Jarvis, two names you will stumble over many times when reading on the subject (2), <a href="http://www.revolve-magazine.com/2011/04/15/water-wars/">give a good overview</a> over what you can also read in hundreds pages worth of journal publications:</p>
<blockquote><p>The terms “Water War” and “Water Wars” are media darlings. The famous quote apocryphally attributed to US humorist Mark Twain “[w]hiskey is for drinking; water is for fighting over” is so overused that many water professionals are pleading to ban its use. To get a feel as to when the hysteria over water wars began, we explored Google labs tool Books Ngram Viewer which revealed that geographers were using the terms to describe water situations in the US and Middle East as early as the late 1800s with an exponential increase in the use of these terms starting in 1988.</p></blockquote>
<p>The experts they mention &#8211; Gleick, Yoffe, Giordano, Susskind &#8211; are the main sources earlier mentioned reviews draw on. They close with a very valid conclusion:</p>
<blockquote><p>Much of the hype about water wars is good business for conflict beneficiaries and book sales, but in reality conflicts over transboundary waters are normal, and managing that conflict offers constant opportunities for dialogue and cooperation.</p></blockquote>
<p>I have just <a href="http://www.dawn.com/2012/01/15/cover-story-searching-for-conflict-in-water.html">reviewed such an attempt</a> to cash in on the &#8216;water war&#8217; hypothesis for DAWN.</p>
<blockquote><p>Brahma Chellaney’s <em>Water: Asia’s New Battleground</em> sums up the arguments for why South Asia may go to war over water in the near future (and how that could be averted). It is representative of a number of recent publications along these lines — and serves as a good example of where they may be going lost in the thicket of hyperbole that lushly grows when policy experts muddle in sensitive engineering or natural science topics (or equally when engineers have an urge to develop political arguments on such).</p></blockquote>
<p>The arguments for and against the threat of near future war over water resources are at loggerheads. For South Asia examples for a dire future situation are ample, and since many countries are extremely dependent on huge water courses originating in a neighbouring country (with which it often has other disputes ongoing), the argument for violent conflict seems close to come by. The counter argument observes that while there is and will be conflict over water resources, countries have not gone to war over it in the past, and because of effects explained with Pareto optimality, both parties would be loosers in an outbreak of such, and are therefore inclided to solve the problems via cooperation.</p>
<p>What makes the topic very interesting on the Subcontinent and in Asia in general, is the fact that the debate is being carried out very actively (3). For the case of the Indus Basin, conflict between India and Pakistan, one should read on the recent history of water resources in the two countries (4), what the current challenges are (5) and what kind of solutions may already be around and need not be introduced by &#8216;international experts&#8217; &#8211; see MS Gopal&#8217;s great photographs of the <a href="http://eyeforindia.blogspot.com/search/label/Barefoot%20Geologist%20of%20Kutch%20%28ACT%29">Barefoot Geologists in Kutch</a>.</p>
<p>For Central Asia, the research reaches <a href="http://blogs.ei.columbia.edu/2010/06/10/understanding-water-conflict-in-central-asia-and-solutions/">from Climate Change</a>, via the stand off between the rather poor Kyrgyzstan and Tajikistan, who have all power over the water sources Amu and Syr and are excerting it, and the richer downstream Uzbekistan, to the effects of water overuse on the common property Aral Sea (6).</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
<sup>1</sup> Two good and rather recent overviews can be found here: Thomas Bernauer and Anna Kalbhenn. 2010. <a href="http://www.ib.ethz.ch/docs/2010_Bernauer_Kalbhenn.pdf">The Politics of International Freshwater Resources</a> The International Studies Encyclopedia. Wiley-Blackwell.; Dinar, A., and Dinar, S. (2003) Recent Developments in the Literature on Conflict and Cooperation in International Shared Water. Natural Resources Journal (43) (4), 1217–87 <a href="www.ce.utexas.edu/prof/mckinney/ce397/Readings/Dinar_et_al_ch02.pdf">(a revised form of this paper can be downloaded here)</a><br />
<sup>2</sup> Most notably the Databases on the <a href="http://www.transboundarywaters.orst.edu/">Transboundary Waters Website</a><br />
<sup>3</sup> See for example Briscoe&#8217;s comment in <a href="http://www.johnbriscoe.seas.harvard.edu/publications/publications/115.%20John%20Briscoe%20Troubled%20Waters%20Can%20a%20Bridge%20be%20built%20over%20the%20Indus%20EPW%202010.pdf/at_download/file">EPW India on the Indus and India-Pakistan</a> and <a href="epw.in/epw/uploads/articles/15616.pdf">Iyer&#8217;s response</a>.<br />
<sup>4</sup> John Briscoe et. al. on Pakistan (<a href="http://www.johnbriscoe.seas.harvard.edu/publications/books/2005%20Pakistans%20Water%20Economy%20Running%20Dry-%20World%20Bank.pdf/view">Pakistan&#8217;s Water Economy: Running Dry</a>) and India (<a href="http://www.johnbriscoe.seas.harvard.edu/publications/books/2006%20Indias%20Water%20Economy%20Bracing%20for%20a%20Turbulent%20Future%20Oxford%20Univ%20Press.pdf/view">India&#8217;s Water Economy &#8211; Bracing for a Turbulent Future</a>)<br />
<sup>5</sup> On Pakistan the Wilson Centre&#8217;s Report <a href="http://www.wilsoncenter.org/publication/running-empty-pakistans-water-crisis">Pani ki Kahani</a> is excellent, for India, the papers from the IWMI&#8217;s NSRLP project are a take, as an introduction <a href="http://www.iwmi.cgiar.org/Publications/Other/PDF/NRLP%20series%201.pdf">the first chapter from a series</a>.<br />
<sup>6</sup> On Climate change, see Bernauer, T., Siegfried, T. <a href="http://www.ib.ethz.ch/docs/currentpapers/Syr_Darya.pdf">Climate Change and International Water Conflict in Central Asia</a>., on the conflict between Kyrgyzstan and Uzbekistan by the same authors (2007) <a href="http://water.columbia.edu/sitefiles/file/pub/White%2520Papers/Siegfried2007Estimating.pdf">Estimating the performance of international regulatory regimes: Methodology and empirical application to international water management in the Naryn/Syr Darya basin</a>.</p>
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		<title>Still learning as we go along … are we?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 09:52:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Aid]]></category>
		<category><![CDATA[Claudia R. Williamson]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Sakuntala Narasimhan]]></category>
		<category><![CDATA[Samia Altaf]]></category>

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		<description><![CDATA[It’s the expert – local relationship that Altaf portrays as a main cause for failure. Western consultants proclaim in their office among themselves: “Honestly speaking, we do not know much about it. We are learning as we go along. And anyway we shall find out in a couple of years if we are right or wrong …”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So much Aid so little development: Stories from Pakistan<br />
(Development Literature)<br />
Samia Waheed Altaf<br />
Woodrow Wilson Center Press, Washington, D.C.<br />
ISBN 9781421401386<br />
204pp. Rs1595</p>
<p><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/51cOIoPcL5L._SL500_AA300_.jpg"><img src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/51cOIoPcL5L._SL500_AA300_.jpg" alt="" title="51cOIoPcL5L._SL500_AA300_" width="300" height="300" class="alignright size-full wp-image-1693" /></a></p>
<p>Some months back I visited a rural support program in a Central Asian country, executed by one of the world’s biggest development organizations with an excellent repute here and in similar areas in Pakistan. A European consultant, with ample experience in the area and his field – sustainable construction solutions – had recently visited the project. The outcome of this visit, a number of manuals as guidelines for the local execution, had just been printed and handed over to the local engineers. Among them seismic proof housing, and split latrines. These toilets are currently a very fancy topic in sanitary engineering for developing countries when discussed among experts in the West. They are very easy to construct, turn human excrements safely and without special treatment into fertilizer and are hence theoretically a sustainable and environmentally friendly solution. But the link between smart and fancy ideas in the donors’ offices in Europe and sustainable solutions on the ground seem to be a hindrance that few want to deal with. </p>
<p>In default of pre-constructed toilet seats for this system in the respective country, the technical expert thought of a solution. Food bowls in two different sizes were acquired at cheap prices in the local market and assembled to a locally made split toilet. That sounds awfully convincing in a report, “using locally acquired material”, “supporting local merchants”, “easy to assemble”. The local program manager and a village engineer have already assembled the first sample. Sure, a smart idea from their friend the expert. They acknowledge his input and technical expertise, and are convinced that his intentions are the best. “But what will the people say when we propose to them to use food bowls to shit in?” They both laugh heartily. No, that won’t work, but they’ll do it anyway. Results need to be shown, reports are due and they are already behind schedule. It’s a comical situation, if it wouldn’t be frustrating to see so much effort, and money, brought to waste. A new book on similar encounters in Pakistan shows how this phenomenon may be an essential part of failures in international development initiatives.</p>
<p>Samia Waheed Altaf, former senior advisor of the Office of Health in the USAID Mission in Islamabad, has collected such comically frustrating episodes from her participation in the Social Action Plan (SAP) in the 90s in her So Much Aid, So Little Development – Stories from Pakistan (Wilson Woodrow Center Press, May 2011). The SAP was developed by the Pakistani Government and funded by the World Bank from 1993 to 2003 and targeted health supply services amongst others in Pakistan with a multi billion $ budget. It’s probably the most famous failure of aid and development in Pakistan. A number of papers have already been published on this issue, most notably <a href="http://rugpundits.com/2011/07/14/sufilore-9-exchange-rate-to-pkr/">from the CGDEV</a>, which also Altaf refers to time and again. These papers are looking at why that could happen and how it could be avoided in future, providing mainly the dry figures of wasted inputs and unintended outcomes. They are essential reading to grasp how so much money could be invested in the country in recent decades with so little progress and conclude with definite policy recommendations. But they seldom go beyond the gross calculations of a development economist. Altaf portrays how these figures of failure are produced by the “human factor”.</p>
<p>“I speak the local languages and understand their cultures. […] I can speak the language of the international experts as well, so I form a bridge between these two groups.” Attached to the project as the local technical expert for the health and population sectors, standing in between, she is the perfect narrator for scenes that straddle between comedy and tragedy.  Enter the foreign expert, who ‘didn’t even know where Pakistan was until she’d bought her tickets, […]. She had thought it was somewhere in India …”, who more than once finds that “[this] takes us nowhere.”, on which a government’s representative retorts: “Where would you like to go, madam?” Numerous accounts of meetings leave you laughing in disbelief, only to have your laugh choked by a story that portrays those suffering from a health system, which these projects fail to advance.  By trying to find a basal flaw rather than a singular culprit, Altaf turns ridiculous meetings into stage play sketches and turns a dreadful issue in an enjoyable read, coming to a conclusion, which should receive attention and comprehension among the development community in Pakistan.</p>
<p>It’s the expert – local relationship that Altaf portrays as a main cause for failure. Western consultants proclaim in their office among themselves: “Honestly speaking, we do not know much about it. We are learning as we go along. And anyway we shall find out in a couple of years if we are right or wrong …” On the project they are understood to be the provider of solutions – for what other reason could they be paid such exorbitant salaries relative to their local counterparts and flown in to take all the most senior positions? “You give expert advice to national governments on a sensitive and crucial technical issue that has far reaching economic consequences. You know that your advice will be taken seriously, and you know very well that it is half-baked. You know you are “learning” as you go along. However the people in the country you are assisting do not know that you are only learning – at their expense – because you are sold as an expert.”<br />
The tragic comedy is complete, when Lucymemsahib, a real figure posing as the proxy for the western expert in the book, exits the Pakistan stage after some weeks, now already being understood as an insider to this culture. With the newly acquired local dress and bangles, a dozen Urdu words she has mastered, she can now happily pass that ‘expertise’ on to her replacement in the post – ‘such a primitive place, I tell you’. Here, Altaf leaves little room for the illusion that the experts may acknowledge their problematic role themselves and hence bring a reasonable solution to the problem. If that is not happening – and from my own experience I see little progress in this regard – it may be up to local staff to shed some of the unquestioned belief in international expertise and press for accountability. It’s an unrewarding experience as Altaf shows – but if the failing international involvement in development in Pakistan has a potential for positive change, it is here where individuals can contribute to a change in mindset. This book is eye opening required reading for all who are about to join the development muddle in Pakistan, and an entertaining look at the scene for those who have already experienced it.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Addendum:</p>
<p>There are other reviews out on the book. </p>
<p><a href="http://www.dawn.com/2011/10/18/designed-to-fail.html">In Dawn, by Sakuntala Narasimhan </a> (you may go to the <a href="http://thesouthasianidea.wordpress.com/2011/11/02/designed-to-fail-why-foreign-aid-doesnt-deliver/">SouthAsianIdea</a> to comment and discuss it with other critical minds) and <a href="http://www.tandfonline.com/toc/cres20/45/9">in Regional Studies, Volume 45 by Claudia R. Williamson.</a></p>
<p>They are interesting to read together, since they are written from the two perspectives, the Western &#8216;Expert&#8217; (in this case a researcher) and the Eastern Intellectual (in this case a journalist). Those two which Altaf manages to include in a single narrative. And they are more or less stuck in precast conceptions of the problem. Williamson wants to read more on where failure is to locate in the local institutions, Narasimhan criticises the Western Experts decadence and ignorance. They are both not wrong in their criticisms, their understanding of where failures may be located. But they are both looking for where they are convinced failure emanates from and seem not to be too receptive to an alternative explanation &#8211; a change in mindset and acknowledging responsibility. This is which I think both parties &#8211; the International (Western) Expert and the Local Expert &#8211; should take from the book. If everyone just understands it as a confirmation of ones own best intentions, brought to no avail because of the failure of the Other, we stay stuck in the dilemma. Question expertise &#8211; of others and your own &#8211; and be prepared to reassess opinions.</p>
<p>Manan Ahmed has been <a href="http://www.thenational.ae/arts-culture/books/flying-blind-us-foreign-policys-lack-of-expertise?pageCount=0">writing on the &#8216;Expert&#8217; problem</a> on a wider and more political/historical scale. I think his thesis in this aid example so well documented by Altaf is backed up on the local scale and just confirms how this is an issue that should be studied with more depth in future.</p>
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		<title>&#8216;ISI oder Karimov&#8217; und die neue Seidenstrasse &#8211; Teil IV der Sino-Pak Serie</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 23:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Book Review]]></category>
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		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Hasan H. Karrar]]></category>
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		<category><![CDATA[S. Frederick Starr]]></category>
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		<description><![CDATA[Die USA brauchen neben ihrem schwächlichen Freund Afghanistan, den sie mal fördern und mal zusammenstauchen einen Partner für's Grobe - ein lokaler 'watch dog' über die terroritischen Gefahren, die von verschiedenen Gruppen aus der Region ausgehen und verlässlicher Partner für die Versorgung des internationalen Eingreifens in Afghanistan. Sowohl Pakistan als auch Usbekistan vereinen Eigenschaften, die sie für diese Rolle qualifizieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/dostpengyou.png"><img class="alignleft size-full wp-image-1826" title="dostpengyou" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/dostpengyou.png" alt="" width="120" height="53" /></a></p>
<p>4. Ausgabe der Sino-Pakistan Serie</p>
<p><a href="../2011/01/29/%E2%80%9Cdeeper-than-the-ocean-and-higher-than-the-mountain-%E2%80%93-einfuhrung-in-sino-pakistanische-beziehungen/">Teil I</a></p>
<p><a href="http://rugpundits.com/?p=1380" target="_blank">Teil II</a></p>
<p><a href="http://rugpundits.com/?p=1552" target="_blank">Teil III</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Single Most Important Friend</strong></p>
<p>Die USA brauchen neben ihrem schwächlichen Freund Afghanistan, den sie mal fördern und mal zusammenstauchen einen Partner für&#8217;s Grobe &#8211; ein lokaler &#8216;watch dog&#8217; über die terroritischen Gefahren, die von verschiedenen Gruppen aus der Region ausgehen und verlässlicher Partner für die Versorgung des internationalen Eingreifens in Afghanistan. Sowohl Pakistan als auch Usbekistan vereinen Eigenschaften, die sie für diese Rolle qualifizieren. Beide Staaten haben Elemente, die es ihnen relativ leicht macht, auf Geheis in einer bestimmten Region durchzugreifen ohne der eigenen Bevölkerung Rechenschaft abliefern zu müssen (in Pakistan die Armee und der Geheimdienst, in Uzbekistan ein autokratisches Regime) &#8211; beide sind in diesem Punkt aber nicht über alle Zweifel von Seiten des Westens erhaben. Pakistan spielt ein doppeltes Spiel und hält sich alle Möglichkeiten offen indem es Kontakte zu verschiedenen Organisationen (u.a. den Taliban) aufrecht erhält, die Rolle der Menschanrechte ist in der Beziehung zu Uzbekistan immer ein Streitpunkt (spätestens seit den Vorfällen in Andijan). Sowohl Pakistan als auch Uzbekistan stellen neben arabischen Ländern einen bedeutenden Anteil an Kämpfern in den Reihen der Taliban und al-Qaeda nahen Organisationen, und sind selbst Heimat von indigenen islamistischen Organisationen. Beide Länder stellen einen direkten Transportweg zu Afghanistan dar &#8211; Pakistan vom Arabischen Meer über den Hafen von Karachi, den Khyber oder den Bolan Pass und Chaman, Uzbekistan von den zentralasiatischen Flughäfen über Termez als Teil des NDN (Northern Distribution Network). Pakistan hatte bis jetzt die wichtigere Rolle in diesem Kampf um Aufmerksamkeit, verliert diese aber zusehends. Als singuläres Beispiel für eine beliebte Narrative argumentiert Joshua Foust auf Registan für Uzbekistan und einer Lösung von Pakistan, mit dem simplen Argument, dass Uzbekistan zwar keine gute Lösung ist, aber immerhin besser als Pakistan (vor allem in <a href="http://www.registan.net/index.php/2011/10/05/why-uzbekistan-is-a-good-choice-for-partnership/">diesem ersten Post dazu</a>, aber auch <a href="http://www.registan.net/index.php/2011/10/19/wishing-for-unicorns/">hier</a> und <a href="http://www.registan.net/index.php/2011/10/25/the-unicorn-principle-and-regional-strategy/">hier</a>. Während er mit dem Argument, &#8216;auf Pakistan sei einfach kein Verlass&#8217; sicher Recht hat, ist das Festhalten auf der Vorgabe, einen &#8216;single most important (strong) friend&#8217; zu fördern und alle anderen Nachbarstaaten als &#8216;adversaries&#8217; anzusehen oder einfach zu ignorieren sehr einfach gestrickt und nicht nachhaltig. Gleichwertige bilaterale Partnerschaften zu allen Nachbarstaaten zu suchen, gleichzeitig aber auch die Bedeutung von Pakistan herabzusetzen und die einseitige Unterstützung des Landes (insbesondere seiner Armee) zu beenden wäre ein sinnvollerer Schritt.</p>
<p><div id="attachment_1827" class="wp-caption aligncenter" style="width: 727px"><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/Peshawar-junio-07-060.jpg"><img class=" wp-image-1827 " title="Peshawar junio 07 060" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/Peshawar-junio-07-060-1024x771.jpg" alt="" width="717" height="540" /></a><p class="wp-caption-text">Baumwolltransport aus Pakistan nach Afghanistan am Khyber Pass kurz vor der Grenze [2007, Photo vom Autor</p></div>Mit dem Näherrücken eines Abzuges der militärischen Einheiten aus Afghanistan, sucht die USA auch in diese Richtung nach Lösungen. Anfang November fand in Istanbul eine Afghanistan Konferenz statt, die gemeinsam mit allen Nachbarländern Afghanistan die Zukunft der Region im Blickfeld hatte. Am 5. Dezember findet in Bonn die 2. Afghanistan Konferenz statt. Wenig Zeit um noch zu lernen.</p>
<p><strong>New Silk Road</strong></p>
<p>Die &#8216;most fancy&#8217; Strategie der USA zur Zukunft Afghanistan&#8217;s und seiner Nachbarstaaten hat einen Namen &#8211; &#8216;the New Silk Road&#8217;. Es beruht unter anderem auf den <a href="http://www.silkroadstudies.org/new/docs/silkroadpapers/1101Afghanistan-Starr.pdf">Argumenten S. Frederick Starr&#8217;s (PDF, <em>Afghanistan Beyond the Fog of Nation Building: Giving Economic Strategy a Chance</em>, January 2011,</a> mehr Unterlagen zu seinen Überlegungen finden sich auf der Seite seiner <a href="http://www.silkroadstudies.org/new/inside/publications/GCA.html">Silk Road Studies</a>):</p>
<blockquote><p>The World Bank, in an important but neglected 2010 study, provides a concise and authoritative explanation: Afghanistan’s single greatest comparative advantage is its geostrategic location. [...] It was not always thus. Over two millennia Afghanistan was the place where trade routes to India, China, the Middle East and Europe all converged. This is why Marco Polo crossed the country en route to China, and why Arab travelers like Ibn Battuta crossed it on their way to India. Such trade along the misnamed “Silk Road” (in fact, every conceivable product was transported over it) produced immense wealth. Balkh, near Mazar-e-Sharif, was once among the largest and richest cities on earth. Medieval Arabs, who knew something about urban life, called it “the Mother of Cities.” Bagram, where the major U.S. base is situated, once maintained lucrative ties simultaneously with ancient Greece and India, enabling it to flourish in opulent splendor. All this occurred with nothing more than camels for transport. Imagine, then, what might be possible when camels are replaced by eighteen wheelers, railroads, modern pipelines, and hydroelectric lines? This prospect has already engaged the attention of every country along the continental routes that cross Afghanistan. With or without American support, they are all moving fast to claim the benefits which they consider their historical birthright.</p></blockquote>
<p><div id="attachment_1828" class="wp-caption aligncenter" style="width: 548px"><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00941.jpg"><img class=" wp-image-1828 " title="DSC00941" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00941.jpg" alt="" width="538" height="717" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Fussballfeld in Langar (Teil unseres Fussballprojektes Canchas), dem letzten Ort im Tajikischen Wakhan - von hier aus geht es über den High Pamir nach China, einer der vielen Seidenstrassenarme. &#39;Langar&#39; bedeutet &#39;Verpflegunsstation für Reisende&#39; [2010, Photo vom Autor</p></div>Da es amerikanischer Verdienst sei, dass der &#8216;Handelskreisverkehr Afghanistan&#8217; wieder befahrbar sei, sollte die USA auch sichergehen sich daran zu beteiligen. Ausserdem gehe mit amerikanischer Expertise alles viel einfacher:</p>
<blockquote><p>The reopening all these age-old transit routes across Afghanistan is the single greatest achievement of U.S. foreign policy in the new millennium. [...] Because these processes are rooted in the self-interest of governments, business communities, and whole societies in each of the many countries involved, they will continue to unfold with or without the United States’ port or involvement. But because of the unique position of the U.S. vis-à-vis Afghanistan, and also the extent and depth of its relations with most of the other countries involved, decisions and actions in Washington will decisively influence the pace at which the process takes place, and also the character of the vast commercial network that is coming into being. For the time being, the U.S. possesses immense potential leverage over what is arguably the most transformative development taking place on the Eurasian land mass today.</p></blockquote>
<p>Wie <a href="http://www.eurasianet.org/node/62739">John Kucera meint</a>, übertreibt Starr gerne und masslos. In vielen Punkten hat er aber sicher Recht. Ich glaube jedoch auch, dass das Konzept der &#8216;neuen Seidenstrasse&#8217; sinnlos ist, allerdings <a href="http://www.registan.net/index.php/2011/10/10/the-brilliant-unworkable-idea-of-the-new-silk-road/">aus ganz anderen Gründen wie Joshua Foust</a>, der wieder einmal alles etwas einfach zeichnet.</p>
<p>Drei Gründe, warum die &#8216;neue Seidenstrasse&#8217; ein Hirngespinnst ist:</p>
<p>Als die alte Seidenstrasse florierte, tat sie das ganz ohne zentralisierte Organisation. Es bestand Angebot und Nachfrage über unzählige Grenzen hinweg. Wenn heute Starr behauptet, lange Grenzkontrollen wären das grosse Hinderniss für zentralaiatischen Wirtschaftsaustausch hat er damit nur teilweise Recht. Sicher müssen Länder wie Uzbekistan und Tajikistan wie auch Kyrgyzstan, die sich auf wirtschaftlicher Ebene dauern bekriegen, zu definitiven Lösungen kommen. Korrupte Zollbeamte hat es aber an der Seidenstrasse sicher in gleichem Ausmass gegeben wie sie heute zu finden sind. Und jeder hat mehr oder wenioger gut daran verdient.</p>
<p><div id="attachment_1829" class="wp-caption aligncenter" style="width: 727px"><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00912.jpg"><img class=" wp-image-1829 " title="DSC00912" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00912-1024x768.jpg" alt="" width="717" height="538" /></a><p class="wp-caption-text">Die letzte Armee Baracke der Tajikischen Armee vor Afghanistan im High Pamir [2010, Photo vom Autor</p></div>Weiters besteht zwischen allen zentralasiatischen Ländern (inklusive China, Afghanistan, Pakistan, Iran und auch Indien) schon ein reger Austausch. Sowohl in Dushanbe als auch in Urumqi und umgekehrt in Islamabad und Lahore, habe ich Studenten und Händler aus den respektiv anderen Ländern getroffen, die es als selbstverständlich ansehen hier zu arbeiten oder zu studieren. Austauschprogramme für afghanische Bauingenieurstudentin aus Faiyabad in Afghanistan mit Tajikistan, indische Restaurants in Dushanbe und Punjabi Haschisch Dealer in Urumqi (nicht representative Beispiele &#8230;) sind nichts besonderes. Bevor der Wirtschaftsraum Afghanistan gefördert wird, sollte der Westen seine Vorstellung der Region als &#8216;am Ende der Welt&#8217; revidieren. Das würde viele Papers zu diesem Thema obsolet machen &#8211; und einige Scholars, Blogger und Lobbyisten arbeitslos.</p>
<p>Zuletzt betreibt China diese &#8216;neue Seidenstrassen-Politik&#8217; schon lange, mehr oder weniger erfolgreich aber in erster Linie weitaus weniger ambitioniert, dafür um einiges effizienter.</p>
<p>Hasan H. Karrar beschreibt in seinem <a href="http://www.amazon.de/New-Silk-Road-Diplomacy-Contemporary/dp/0774816929/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1321132732&amp;sr=8-1">&#8216;The New Silk Road Diplomacy&#8217; (2009, UBC Press)</a> die Zentralasienpolitik Chinas seit dem kalten Krieg.</p>
<p>Zwar betrachtet Karrar das Handlen und Planen China&#8217;s in der Region nur anhand von Literatur und Medien (was es zu einer recht kurzen politikwissenschaftlichen Lektüre werden lässt), er bezieht sich aber sowohl auch westliche als auch chinesische Quellen und vermag die Intentionen und Strategien in einigen Aspekten sehr gut zu umreissen. In erster Linie geht es ihm um die Feststellung, dass China an bilateralen wie auch an multilateralen Netzwerken in der Region interessiert ist, diese aber nicht agressiv vorantreibt. Sein Buch ist auch eine schnelle Quelle für wirkliche Wirtschaftszahlen, und zeigt, dass der Handel in der Region, wenn auch zögerlich so doch kontinuierlich wächst.</p>
<p><div id="attachment_1830" class="wp-caption aligncenter" style="width: 710px"><a href="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00500.jpg"><img class=" wp-image-1830 " title="DSC00500" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/11/DSC00500.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a><p class="wp-caption-text">Tomatenernte im Yanqi Becken, Xinjiang. [2010, Bild vom Autor</p></div>Die meisten Autoren und Politikwissenschaftler versuchen die grundlegenden Intentionen China&#8217;s zu ergründen, um ihr Handeln zu prognostizieren. Das misslingt in so gut wie allen Fällen und wird, wie in den ersten 3 Teilen schon dargelegt im Falle der Beziehung zu Pakistan zu einem Ratespiel ohne fundierte Argumente. Ein Historiker ist mit hier zumindest auf aussenpolitisch-strategischer Ebene schon viel weiter gekommen. Und wenn <a href="http://www.amazon.de/China-Marches-West-Conquest-Central/dp/0674057430/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&amp;qid=1321137307&amp;sr=8-1-spell">Peter C. Perdue&#8217;s Buch <em>&#8216;China Marches West&#8217;</em> (2005, Harvard University Press)</a>auch nur China&#8217;s zentralasiatische Politik bis ins 19. Jahrhundert betrachtet (dafür zurück bis an die Anfänge des 17.), lässt es doch den historischen (und damit auch nationalistischen und ideellen Wert) der &#8216;Western Regions&#8217; für China heute verstehen. Perdue bezieht sich auf Qullen, die bis zu Korrelationen von Weizenpreisen aus dem 18. Jahrhundert in Xinjiang gehen, versteht es aber daraus ein unglaublich spannendes wenn auch etwas umfangreiches Werk entstehen zu lassen.</p>
<p>Schlussendlich hat Aaron L. Friedberg in seinem neuen <a href="http://www.amazon.de/Contest-Supremacy-America-Struggle-Mastery/dp/0393068285/ref=sr_1_sc_1?s=books-intl-de&amp;ie=UTF8&amp;qid=1321137420&amp;sr=1-1-spell"><em>&#8216;A Contest for Supremacy&#8217;</em> (September 2011, Norton)</a> ohne Fokus auf Zentralasien aus Sichtweise eines US Political Advisors mit umfassender Einsicht in chinesische Quellen noch einen Blick auf den Wettbewerb zwischen den USA und China um Asien geworfen. Er kommt was Zentralasien betrifft auf ähnliche Schlüsse wie Karrar und elaboriert das Konzept der &#8216;propensity of things&#8217; des französischen Philosophen Francois Jullien auf politikwissenschaftlicher Ebene.</p>
<p><strong>Pakistan-China Beziehung nur Teil einer regionalen Entwicklung</strong></p>
<p>Während Annäherung auf Seiten Pakistan&#8217;s und China&#8217;s oft als ein rein bilaterales Vorgehen reduziert wird, stimmt viel eher, dass beide Projekten vernetzt sind, die sie aneinander binden und in denen sich unterscheidliche Interessen überschneiden. Pakistan wollte wiederholt in die von China dominierte SCO (wie Indien wurde ihm nur Beobachterstatus zugestanden), China will Teil von ASEA sein, bekommt aber auch hier nur einen teilweisen Zugang. Im neuen Silk Road Program des Westens spielen beide Länder nur eine untergeordnete Rolle (obwohl das Gebiet des heutigen China einst einen Grossteil der Seidenstrasse ausmachte). Zardari versucht ein bisschen <a href="http://tribune.com.pk/story/243971/sino-pak-ties-silk-road-will-be-fully-revived/">Geschichte umzudichten</a> (das heutige Pakistan war nie wirklich Bestandteil der Seidenstrasse, wenn auch über den Karakorum, nach Kabul und Durch Balochistan Lahore immer schon ein Angelpunkt war), ist inerster Linie aber an wirtschaftlichen Austausch und Kooperation im Falle Xinjiang interessiert. Gleiche Kooperationen bestehen mit allen zentralasiatischen Ländern zu im Westen unbedeutenden Themen (Passübergänge im Hindukush, Stromnetz, Studentenaustausch, Handel vor allem im Baubereich &#8230;), die aber Teil von &#8216;Seidenstrassen&#8217; sind, die nie aufgehört haben zu existieren und daher auch nicht neu aufgebaut werden müssen.</p>
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		<title>&#8216;Am Hindukusch&#8217; &#8211; europäische Narrative nach amerikanischer Vorstellung</title>
		<link>http://rugpundits.com/2011/07/25/am-hindukusch-europaische-narrative-nach-amerikanischer-vorstellung/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 12:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Manan Ahmed]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck im Dezember 2002 verkündete, "Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt", zementierte er eine Narrative für die deutschsprachige Medienlandschaft - Afghanistan ist 'der Hindukusch'. Während mit Fortdauer des Krieges auch Pakistan immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte, wurde nicht etwa die alpinistische Narrative um 'am Indus' oder gar 'am Arabischen Meer' erweitert, nein, Pakistan ist nun ganz einfach auch 'am Hindukusch'. Manan Ahmed's erstes Buch, 'Where the Wild Frontiers are' gibt Einblick in die Bildung solch einseitiger Narrativen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck im Dezember 2002 verkündete, &#8220;Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt&#8221;, zementierte er eine Narrative für die deutschsprachige Medienlandschaft &#8211; Afghanistan ist &#8216;der Hindukusch&#8217;. Während mit Fortdauer des Krieges auch Pakistan immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte, wurde nicht etwa die alpinistische Narrative um &#8216;am Indus&#8217; oder gar &#8216;am Arabischen Meer&#8217; erweitert, nein, Pakistan ist nun ganz einfach auch &#8216;am Hindukusch&#8217;. Für die österreichische Zeitung <em>der Standard</em> war kürzlich schon der Chef des pakistanischen Geheimdienstes Shuja Pasha <a href="http://derstandard.at/1304551275200/Kopf-des-Tages-Der-maechtige-Unbekannte-vom-Hindukusch" target="_blank"><em>Der mächtige Unbekannte vom Hindukusch</em></a> &#8211; abgesehen davon, dass Pasha kaum &#8216;ein Unbekannter&#8217; ist, ist die Reduktion der zwei Staaten, ganz besonders im Falle Pakistan&#8217;s, auf ein Gebirgsmassiv problematisch.</p>
<h4>Alpine Narrative</h4>
<p>Unverständlich ist sie nicht. Besonders Deutschland und Österreich haben, ganz ohne Empire, eine lange Präsenz im nördlichen Hindukush, der mehrere heutige afghanische Provinzen umfasst und die pakistanischen Khyber Pakhtunkhwa und Gilgit Baltistan streift. Eine Unzahl von Expeditionen von den Anfängen des 3. Reichs bis zum Beginn des sowjetischen Afghanistan Krieges beschäftigte sich mit der lokalen Flora und Fauna, Ackerbau, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Hindukusch-Expedition" target="_blank">Viehwirschaft und Sprache</a>, aber vor allem auch mit <a href="http://www.historisches-alpenarchiv.org/1/webmill.php?fx=r&amp;s_showTL=1&amp;id=95704&amp;key[]=4739&amp;lin=result&amp;dstart=0&amp;foldergroup=irc" target="_blank">alpinistischen</a> <a href="http://www.historisches-alpenarchiv.org/1/webmill.php?fx=r&amp;s_showTL=1&amp;id=95704&amp;key[]=4739&amp;lin=result&amp;dstart=0&amp;foldergroup=irc" target="_blank">Zielen</a> wie im benachbarten Karakoram und Himalaya wo Namen wie Buhl und Harrer zu Berühmtheit gelangten. Dieses Interesse für eine montane Region rührt natürlich auch von der Heimat her &#8211; gerade ältere (ehemalig) aktive Bergsteiger haben ganz andere Vorstellungen von Pakistan, als dies heute von Medien vermittelt wird. Hochgebirge wie man es in den Alpen nicht findet zieht auch heute noch jährlich profesionelle Bergsteiger wie Amateure über Islamabad in den Karakoram und die mediale Aufmerksamkeit kommt im Falle der letzten Wettrennen (wie das der &#8216;ersten Frau auf allen 14 Achttausendern&#8217;) auch nicht zu kurz. Eine Aufmerksamkeit für die Region besteht also &#8211; nur deckt sich diese mit der politischen Hindukush-Narrative, und trägt damit nicht zu einem weiteren Verständnis bei. Ganz im Gegenteil &#8211; während Mortenson mit <a href="http://rugpundits.com/2011/04/19/mortenson-remote-narratives/" target="_blank">seiner K2 Abstiegsgeschichte</a> in Mitteleuropa wohl eher aufgedeckt worden wäre als in den USA, für alles ausserhalb des Alpinsports warten deutschsprachige Medien meist auf Input aus den USA (NYTimes) oder England (Guardian).</p>
<h4>Negierte Beiträge</h4>
<p>Nicht einmal die deutsche Koriphäe der Islamforschung und enge Freundin des Landes Pakistan, Annemarie Schimmel, scheint es geschafft zu haben, das Bild in den Subkontinent zu erweitern. Zwar liegt die höchste Erhebung des Hindukusch, der Tirich Mir, in Pakistan, verglichen mit der gesamten Landesfläche ist sein Einfluss auf das Land aber gering. Nicht einmal militante Organisationen haben im pakistanischen Teil (von Peshawar nördlich bis zum Wakhan) einen nennenswerten Rückzugsraum. Aber das Bild eines kargen Gebirges passt gut in die Erklärung warum hier alles so kompliziert ist, und eine ordentliche Recherche leider schwer möglich. Das zu einem Verständnis des Landes und seiner Verstrickung im Hauptaugenmerk der Medien, islamistischem Extremismus, die Megastädte Lahore und Karachi wie auch der ländliche Punjab und Sindh genauso wichtig, wenn nicht sogar unumgänglich ist &#8211; also genau die Räume, die von Annemarie Schimmel aber auch heute noch von Wasim Frembgen oder Ruth Pfau, einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden &#8211; wird so lange nicht wahrgenommen, bis es die amerikanischen Medien nach und nach selbst erkennen und damit auch im deutschsprachigen Raum mehrheitsfähig machen. Inwieweit die amerikanische Narrative (&#8216;Imagination&#8217;) von der pakistanischen Realität abweicht zeigt schon seit Jahren Manan Ahmed, der derzeit als <a href="http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/islamwiss/mitarbeiterinnen/professorinnen/Ahmed/index.html" target="_blank">JuniorProfessor an der FU Berlin</a> liest, auf seinem Blog <a href="http://www.chapatimystery.com" target="_blank">chapatimystery.com</a> &#8211; eine edidierte Auswahl hat er nun als Buch vorgelegt, &#8216;<a href="http://justworldbooks.com/books/151-where-the-wild-frontiers-are%253a-pakistan-and-the-american-imagination" target="_blank">Where the Wild Frontiers are: Pakistan and the American Imagination</a>&#8216;. Und auch wenn die Empire-Beziehung zum Subkontinent, welche Ahmed immer wieder aufgreift für das deutsschsprachige Mitteleuropa weniger Relevanz besitzt als für das old-empire England und das new-empire USA, werden seine Beobachtungen durch seine mediale Abhängigkeit von diesen Empires auch zunehmend für Europa relevant.</p>
<h4>Geschichte von der anderen Seite betrachtet</h4>
<p>Amitava Kumar schreibt in der Einleitung:</p>
<p>&#8216;<em>Not where I was at such-and-such time, but what are the other histories that where unfolding at that moment, in a universe whose centre isn&#8217;t so close to mine. [... ...] What does history look like from the other side? Well, one way to think of the situation is to recognize that there is no other side.</em>&#8216;</p>
<p>Manan Ahmed verbindet sein Verständnis seines Heimatlandes Pakistan, mit der Möglichkeit es aus den USA (und in Zukunft vielleicht auch vom europäischen Standpunkt) zu betrachten, mit seinem wissenschaftlichen Gebiet (Islamgeschichte am Subkontinent) und einem Schreibstil, der manchmal sogar den von Kumar erreicht. In Einträgen aus den letzten 7 Jahren seziert er den imaginären und realen Aufbau des American Empire, auf welcher Grundlage es fundiert (<em>Terra In/cognito</em>), welche medialen Narrativen dazu führen (<em>Support, Deny, Ignore</em>), wie man sich dieser erwehrt (<em>Observe, Resist, Debate</em>) und schreibt darüber hinaus noch prägnant und erheiternd bis erschütternd zu lesende Einblicke in die pakistanische Politik und Geschichte (<em>Friend, Wrong</em>) &#8211; dabei fällt er jedoch nie in die Falle, Dinge der Kürze wegen zu vereinfachen. <em>What kind of historian would I be if I didn&#8217;t endorse complexity?</em></p>
<p>Was in Europe &#8216;am Hindukusch&#8217; ist, ist in Amerika die &#8216;afghanisch-pakistanische&#8217; Grenzregion. Die Intention, die Region als topographisch-vegetativ karg zu präsentieren um damit sogleich auf Kultur und Gesellschaft schliessen zu können findet da wie dort mit dem jeweiligen Haupteinsatzgebiet der Truppen in Afghanistan statt. Für Briten ist es ein Land wie eine Wüste (nach Helmand), für die USA unzugänglich (Korengal), für die Deutschen der trockene Hindukusch. Ahmed dazu, bezugnehmend auf John Kerry&#8217;s Rede vor dem Foreign Relations Commitee und Hillary Clinton: <em>There are mega-cities like Karachi, with populations of more than 19 million. We are not dealing with hamlets and pockets.</em> Es ist genau diese <em>wild frontier of imagination</em>, die er von ihrem Mantel der säuberlich konstruierten Narrativen zu befreien. <em>It is human nature to omit parts of our past or to relegate them behind carefully constructed narrative frameworks that avoid excessive scrutiny</em>.</p>
<p>Selbst Pakistani, der wohl mehr in Englisch als einer seiner endemischen Landessprachen kommuniziert und Pakistan oft nur zu Besuchen und Recherchen wiedersieht, lässt er auch die Kritik an der pakistanischen Elite nicht aus, die zu dieser Narrative beiträgt:<em> I should add that, as a reader, it is disheartening to see the Pakistani English-sprache elite contribute so wholeheartedly to the construction of only that reality.</em></p>
<h4>Abzug der Aufmerksamkeit?</h4>
<p>Für einflussreiche Printmedien aus dem deutschsprachigen Raum ist aus Pakistan mit Hasnain Kazim (Spiegel) derzeit nur ein einziger ständiger Reporter vor Ort. Möglicherweise wird mit dem nahenden Abzug deutscher Truppen auch die Aufmerksamkeit für die Region noch weiter schwinden, und der Einfluss amerikanischer Narrativen noch größeres Gewicht erlangen. Bevor dieser Fall eintritt, und solange niemand diese Betrachtung für europäische Berichterstattung anstellt, ist Ahmed&#8217;s Buch ein ausgezeichneter Leitfaden wie Pakistan (als eines und als multiple Identitäten) zu verstehen ist wenn es in der täglichen Berichterstattung auftaucht. Mit in seiner edidierten, geordneten und kommentierten Form ist es für neue Leser ein notwendiger Einstieg in seinen schon sehr umfangreichen Blog, der auch in Zukunft &#8216;Hindukusch&#8217; in ein realistisches Bild einer Nation mit 180 mio. Einwohnern, 130 Sprachen und mehreren Klimazonen übersetzen wird.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Rezension deutscher Literatur zu Pakistan:</p>
<p><a href="http://rugpundits.com/2011/02/19/berichterstattung-am-prufstand-neuere-deutschsprachige-literatur-uber-pakistan/" target="_blank">Berichterstattung am Prüfstand</a></p>
<p><a href="http://rugpundits.com/2011/03/27/har-cheez-ka-review-deutsche-literatur-zu-pakistan-die-unkonventionelle-betrachtung/" target="_blank">Die unkonventionelle Betrachtung</a></p>
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		</item>
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		<title>Angrez Writing on Pakistan&#8217;s Current Affairs &#8211; a future benchmark</title>
		<link>http://rugpundits.com/2011/07/24/angrez-writing-on-pakistans-current-affairs-a-future-benchmark/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 21:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Nicholas Schmidle]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>

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		<description><![CDATA[In my eyes this is the most remarkable aspect of this book - in a time where he can be sure to sell adventure stories easily (and the title of the book pointed in this direction) to media that wants it's chliche-lust satisfied (Greg Mortenson is I think the best latest example), he stayed sober and reported what was to report. On the other hand, his trip to Sehwan does not turn into a cheap defence of Pakistan as a sufi-not-terrorist country and while travelling he does not see the need to portray that beauty of the country at which foreigners marvel who expected Pakistan must look like hell considering what they read in the daily news coverage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>When the Pakistani Army fired mortars at Lal Masjid in July 2007, I could see the helicopters hovering from the balcony. Staying at a friend&#8217;s place, watching Wimbledon I switched to CNN or GEO once in a while to see what unfolded outside my window. Days before I had returned from Peshawar, with an Afghan refugee who, expelled from Germany, dropped by German police in Kabul with a devalidated passport had just crossed illegally into Pakistan and was now trying to get back home (to Germany). I was the link between his caretakers in Germany and embassy staff. Some weeks before I had travelled by car and foot from Peshawar to Chitral passing the Korengal valley in eye sight &#8211; American troops were at that time entangled in heavy fighting there to eventually give up. Two days after the Lal Masjid siege, I travelled to AJK for work, where I sat with family of some of the female <em>talib </em>who were inside during the standoff.</p>
<p>I was busy with work most of the time (watching Wimbledon was a perfectly dull recreation) and not bothered at all with what happened geo-politically around me. I was also convinced &#8211; and still am &#8211; that it was really not my business and I was and am still far too ignorant (in history especially) to explain what happened around me on a wider scope to a Western audience. But when in 2009 my uncle pointed my attention to a guy called Nicholas Schmidle, whom he had just heard on a radio interview promoting his new book, <a href="http://www.amazon.com/Live-Perish-Forever-Tumultuous-Pakistan/dp/0805091491/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1311449545&amp;sr=8-1#reader_0805091491" target="_blank"><em>To live or to perish forever &#8211; two tumultous years in Pakistan</em></a> (Henry Holt, 2009) I was quite stupefied. A guy, just some years older than me who had lived in Pakistan at the same time I had, had written a book about that experience and was being highly succesful with it &#8211; I had to make fun of that. After all he did live in Islamabad &#8211; us Lahori <em>goras</em> always despised those expats who lived in some posh place on a chessboard, hopped from paddock party to American club and thought they had gone native after a trip in their Land Cruiser to get a new wooden couch table from Chakwal. The fact that his endorsments were from Fick, Coll and Khanna left me sure that he was just some rich kid who had the right connections. So I considered him irrelevant without having read his book. Until at some point I did buy it (the articles he wrote turned out to be quite good) and had it lying around for some more time.</p>
<p>When I finally got around to the first few pages, I was convinced that my stereotypic labelling had not been unjust. Schmidle starts his account of his time in Pakistan at the end of his sojourn, when a police officer confronts him with an official letter that asks him to leave the country &#8211; his Visa had been revoked. At that time I had just finished <em>Brandherd Pakistan</em> by Christoph Hoerstel (which I reviewed <a href="http://rugpundits.com/2011/02/19/berichterstattung-am-prufstand-neuere-deutschsprachige-literatur-uber-pakistan/" target="_blank">here</a>), who starts his book in a nearly identical way &#8211; watching TV in his Islamabad home in 2008, the police shows up with a letter asking him to leave the country. I figured that was considered a good ouverture to make oneself sound important and immediately present one&#8217;s personal fiercest opponent &#8211; the well known ISI. Who gets picked up by the ISI, must have some seriously exciting stories to tell (I had hour long interrogations with them regarding women they spotted in our house, they withheld my Visa for 10 months, I had a fake article after a bomb attack in Lahore published about myself, something which Schmidle took as a warning, and at times I had a guy who followed me obviously for days in Kashmir &#8211; my ISI experience would make a good Punjabi stage play, not much more.)</p>
<p>To bring it to a point &#8211; Schmidle had a lot of prejudice to master, if his book was going to leave me with a positive impression. I wasn&#8217;t even half way through the book when I felt that my private mocking of him based on nothing but assumptions was deeply unjust. His book turned out to be the standard on which I will henceworth judge travelogue-cum-current-affairs-writing by foreigners on the country. Unlike Oskar Verkaaik, who equally <a href="http://rugpundits.com/2011/07/23/sissies-and-thugs-an-alternative-approach-to-explaining-karachis-violence/" target="_blank">approaches the country</a> without longing to satisfy what the public wants to read to satisfy it&#8217;s pre-conceived stereotypes, Schmidle does not come up with novel insight or personal theories. But he did not set out to do that. His attempt was to realistically portray the country to a Western reader, with a focus on current affairs that mattered in Western media narratives. While doing so he covered issues that are indeed covered dimly even in Pakistan itself &#8211; some of which caused his eviction in the end. His travels to the FATA, Balochistan, Swat shed light on little reported or understood conflicts, his trip to Bangladesh completes his observations also back into the history of todays&#8217; conflicts. His close relationship to Abdul Rashid Ghazi may indeed be something that very few journalists managed to achieve. His writing is witty, his observations personal and relateable and while making sure to back his narrative with ample secondary literature he never stumbles into self-assured policy statements from the top-down Western perspective, nor is he trying to put himself on an equal level with locals that can never be achieved.</p>
<p>In my eyes this is the most remarkable aspect of this book &#8211; in a time where he can be sure to sell adventure stories easily (and the title of the book pointed in this direction) to media that wants its chliche-lust satisfied (Greg Mortenson is, I think, the best latest example), he stayed sober and reported what was to report. On the other end, his trip to Sehwan does not turn into a cheap defence of Pakistan as a sufi-not-terrorist country and while travelling he does not see the need to exaggeratedly portray that beauty of the country at which foreigners marvel who expected Pakistan must look like hell considering what they read in the daily news coverage.</p>
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		<title>sissies and thugs &#8211; an alternative approach to explaining Karachi&#8217;s violence</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 18:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Report]]></category>
		<category><![CDATA[Azmat Ali Budhani]]></category>
		<category><![CDATA[Haris Gazdar]]></category>
		<category><![CDATA[Hussain Bux Mallah]]></category>
		<category><![CDATA[Karachi]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Verkaaik]]></category>
		<category><![CDATA[Sindh]]></category>
		<category><![CDATA[Sobia Ahmad Kaker]]></category>

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		<description><![CDATA[Verkaaik looks at urban militancy in Sindh with a focus on Hyderabad where he researched intensively. As his choice of location suggests he is not prone to walking along stereotipical representation of Pakistan - while Hyderabad is by no means some small village, he is the first foreign author on Pakistan I read who is not based in Islamabad, Lahore or Karachi. On the other hand he does not present himself as theshalwar kameez wearing gora who has understood it all and is at par with the locals. His account is sober, but makes use of both - his intellectual background and understanding of cultural, political and historical complexities and his personal experience as a part-time resident of the city and member of the local society.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Karachi is not only the largest metropolis of Pakistan and its commercial hub, it is also known as a ‘mini-Pakistan’. This is a reference to the ethnic and religious diversity of Karachi’s population. [...] The very features of Pakistani society that are represented so prominently in Karachi are the ones that are often thought to challenge the coherence and stability of the nation state.</p></blockquote>
<p>Just like it&#8217;s mega-city diversity makes Karachi into a model of the whole country, the media&#8217;s perception of this city marks a thumbnail for the reporting on the whole country. It&#8217;s proneness to violence, seemingly based on a simple sectarian history of conflict, combined with its worldwide interconnectedness (the majority of the Pakistani blogosphere reside here and international newspapers as well as companies have their regional outposts in the port city) makes sure that every larger gunfight is reported in international newspapers. With a lack of knowledge of the country as a whole and the history of Sindh and Karachi in particular, the narrative stops somewhere at &#8216;those evil MQM thugs vs. the equally evil Pashtun&#8217;. To weave in western media&#8217;s darling Benazir Bhutto, the PPP also makes it into the story. But as Budhani et.al. note further on in their excellent short write up of Karachi&#8217;s history of violence (<a href="eprints.lse.ac.uk/28471/1/WP70.2.pdf" target="_blank">The Open City: Social Networks and Violence in Karachi; Azmat Ali Budhani, Haris Gazdar, Sobia Ahmad Kaker and Hussain Bux Mallah, Collective for Social Science Research, Karachi, Working Paper no. 70, Crisis States Working Papers Series No.2, 2010 </a>):</p>
<blockquote><p>The simplistic view is that Karachi is an artificial amalgam of diverse ethnic groups, and it is but natural that there will be turf battles or worse between them. A more sophisticated rendering recalls that while identity politics offer a natural mode of mobilisation to certain classes, group identity can be very fluid in South Asia, and the salience of any particular identity often depends on the precise political context.</p></blockquote>
<p>Beginning of July this year has seen a short climax of attention (the FP AfPak channel had 2 pieces in a day by <a href="http://afpak.foreignpolicy.com/posts/2011/07/08/the_origins_of_karachis_wars" target="_blank">Mirza</a> and <a href="http://afpak.foreignpolicy.com/posts/2011/07/08/breaking_karachis_cycle_of_violence" target="_blank">Baloch</a>) when the violence suddenly culmulated and death numbers have surpassed the annual average already mid-year. With yesterdays shooting came a <a href="http://www.dawn.com/2011/07/23/death-toll-in-karachi-violence-rises-to-16.html" target="_blank">new alert on the radar</a> which immediately surfaced in European print. While the time since the attack on Benazir&#8217;s motorcade some 4 years back or even since Sindh and Karachi came to international attention (which would be some 180 years, Manan Ahmed has just looked at <a href="http://www.chapatimystery.com/archives/homistan/the_middle_man.html" target="_blank">one story that roots back into this time</a>) would have given ample space to look at some background and write an informed op-ed that would make further copy-pastes of AP stories futile, the simple narrative for the city will stick. The reason of course is, that the reproduction of this <em>simplistic view</em> is a lot easier than the challenge of forming a more nuanced narrative that moves closer to realities. And while neither ethnicity nor religion or politics can be left out of a thorough discussion of why Karachi is today considered one of the most dangerous cities in the world, while it&#8217;s Indian megacity-counterpart Mumbai is a tourist magnet, there may be another approach (Noah Tucker has <a href="http://www.registan.net/index.php/2011/07/06/the-disorder-of-things-osh-part-iv" target="_blank">looked at this problem</a> recently for the case of Osh in Kyrgyzstan). What Budhani et.al. call <em>migration and informality</em> as a subsumation of the complex situation, Oskar Verkaaik in his excellent <a href="http://www.amazon.com/Migrants-Militants-Violence-Pakistan-Princeton/dp/0691117098/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1311435224&amp;sr=8-1" target="_blank"><em>Migrants and Militants</em></a> (Princeton UP, 2004) referred to as <em>Fun and Urban Violence</em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Verkaaik looks at urban militancy in Sindh with a focus on Hyderabad where he researched intensively. As his choice of location suggests he is not prone to walking along stereotipical representation of Pakistan &#8211; while Hyderabad is by no means some small village, he is the first foreign author on Pakistan I read who is not based in Islamabad, Lahore or Karachi. On the other hand he does not present himself as the shalwar kameez wearing <em>gora</em> who has understood it all and is <em>at par</em> with the locals. His account is sober, but makes use of both &#8211; his intellectual background and understanding of cultural, political and historical complexities and his personal experience as a part-time resident of the city and member of the local society. His book is no all-encompassing guide. He focuses on the Muhajir communities and the MQM and to get a better picture similar studies of the other ethnic actors &#8211; Sindhis, Pashtun, Punjabi, Hindu, Christian, Baloch &#8211; will be necessary, as well as accounts from members of each side.</p>
<p>Early on in his introduction, looking at influential characters in Sindh&#8217;s post-partition he points to where his study is going.<em> &#8220;For many members of the MQM, for instance, Syed, with his Sassi, was a sissy.</em>&#8220;, reffering to the mockery of MQM members of G.M.Syed, his intellectual promotion of Sindhi poetry and Shah Abdul Latif&#8217;s heroine Sassi. While looking with great detail at ethnical and societal backgrounds of Muhajirs in their country of origin (in Hyderabad that is mainly India and no Biharis) and in Pakistan (in Pakka Qila in Hyderabad), he ultimately characterizes MQM as a group that mixed &#8220;<em>urban youth culture, with its aspects of gender, leisure, and global youth culture, into an ethnic-religious ideology of protest and revolt</em>&#8221; &#8211; short, a group that was having <em>fun</em> creating havoc. Budhani et.al. note on an early Muhajir leader: &#8220;<em>While Bhopali had been seen as an educated and cultured notable, the MQM political model was based on youth mobilisation, irreverence and armed force.</em>&#8221; MQM leader Altaf Hussain, whom Verkaaik portrays through the eyes of the <em>Qaum</em> which only sees him on a screen, talking via a crackling phone line, is generally regarded as vulgar polemical clown and as such fits the demand for <em>fun</em>. His supporters often do not even see the need to take him serious.</p>
<blockquote><p>The controversy made members proud that they were part of a movement that was capable of worrying a large number of people. Initially a dull formality, it had turned into a splendid provocation, secret and outrageous. And the shared knowledge that the secret was in fact empty made it even better.</p></blockquote>
<p>His theory, that male youth fun (also referred to as the vernacular <em>tamasha</em> by Verkaaik) plays a major part in violence in Sindh, is of course a lot more difficult to uphold than theories on sectarian rifts &#8211; simply because it is less understood, partly as Verkaaink writes, because <em>[t]he intimacy of fun is mostly denied to outsiders</em>. The phenomenon of young males getting together mainly to cause a stir that can also turn violent over seemingly minor issues (<em>phadda</em> it would be called in Punjab, Maila Times has a <a href="http://mailatimes.com/?p=522" target="_blank">great discription &#8211; good satire is quite close to reality</a>) is not hard to come by in any part of Pakistan (and, yes, anywhere in the world). It&#8217;s combination with thugs involved in arms trade, kidnapping, murder and smuggling in Karachi and politicians to result in urban war is less easily argued for. Verkaaik manages to construct his theory by portraying the Muhajir community in light of history, anthropological literature and personal assumptions based on his daily experiences and even if you neglect the <em>fun</em> part, his book illustrates the emergence, history and <cite></cite><em>raison d&#8217;être</em> of Karachi&#8217;s and Sindh&#8217;s violence in depth. But as he states himself in the introduction &#8220;<em>there are no studies on anthropological fieldwork in Muhajir communities from which the [MQM] movement originates</em>&#8220;. And further discussion of his fun-hypothesis will be essential to incorporate it in a common narrative in reporting on Karachi &#8211; or dismiss it.</p>
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		<title>har cheez ka review: Deutsche Literatur zu Pakistan &#8211; die unkonventionelle Betrachtung</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 20:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Keefe]]></category>
		<category><![CDATA[Hajo Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hammad Nasar]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Wasim Frembgen]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Victor Mala]]></category>

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		<description><![CDATA[Kamran Akmal ist IndoPak, Shahid Afridi AfPak und gemeinsam sind sie, wenn sie auch manchmal nicht einer Meinung sind, drauf und dran Sportgeschichte zu schreiben, die in Mitteleuropa ähnlich wenig wahrgenommen wird wie gelebter Sufismus, subkontinental Klassische Musik, Chaman Charras oder moderne pakistanische Photographie. Es sind dies auch nur Ausschnitte aus einem Gesamtbild, haar cheez ka review würde nicht nur die Umpires verwirren sondern vor allem den europäischen Betrachter. Aber sie deuten eine Diversität an, der die derzeitige Berichterstattung über das Land nicht im Ansatz gerecht wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Har cheez ka review nahin kar sakte yaar!</strong> </em>(Du kannst nicht alles einem Review unterziehen, Alter!)</p>
<p>Shahid &#8216;Boom Boom&#8217; Afridi zu Kamran Akmal im Viertelfinale des ICC WC 2011 Pakistan gegen die West Indies am 23. März 2011, nachdem dieser schon zu Beginn wiederholt Bälle bei den Schiedsrichtern beanstandet.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Indus-Welten-Pakistan-Kilometer-Karatschi-Kaschgar/dp/3492403689/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1301139790&amp;sr=8-1" target="_blank"><em>Indus-Welten. Eine Reise durch Pakistan</em></a><br />
Hajo Bergmann<br />
Malik, 2009, 256 pp., €12,95</p>
<p><a href="http://www.waldgut.ch/e8/e656/e3561/" target="_blank"><em>Nachtmusik im Land der Sufis</em></a><br />
Jürgen Wasim Frembgen<br />
Waldgut, 2010, 196 pp., €16,00</p>
<p><a href="http://www.nachtschatten.ch/cgi/frame.pl?http://www.nachtschatten.ch/prod/buch_370.htm" target="_blank"><em>Opiumessers Drachenjagd</em></a><br />
Victor Mala<br />
Nachtschatten, 2002, 280 pp., €12,80</p>
<p><a href="http://www.du-magazin.com/de/magazin/nachbestellungen/detailheft.htm?heftid=239" target="_blank"><em>Die Augen des Subkontinents</em></a><br />
Hammad Nasar/Alexander Keefe<br />
Das Kulturgamagzin &#8211; Du 809, September 2010, €15,00</p>
<p><a href="http://rugpundits.com/2011/02/19/berichterstattung-am-prufstand-neuere-deutschsprachige-literatur-uber-pakistan/" target="_blank">Teil I der <em>Pakistan Rezension</em></a>.</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>Die Diskussion über Orientalismus und Neo-Kolonialismus in der Literatur über den Subkontinent ist jung, im Falle von Pakistan hat sie wohl überhaupt erst mit der viel diskutierten <a href="http://www.granta.com/Magazine/112" target="_blank">Granta 112: Pakistan Ausgabe</a> begonnen. Während jedoch Indien bereits eine Diskussion über <em>farangi</em> und ihre Sichtweisen (also im Grunde die Ausgangsbasis die auch Edward Said in <em>Orientalism</em> für den arabischen Mittleren Osten annimmt) stattfinden kann (siehe einen früheren Hinweis <a href="http://rugpundits.com/2011/01/22/literary-post-colonialism-debates/" target="_blank">hier</a>), sind es in Pakistan meist Pakistanis die ihr Land aus dem Ausland betrachten, und sich im Grunde selbst an der Nase nehmen (müssen) wenn sie über die vorherrschende Narrative über ihr Heimatland klagen. Ali Sethi, Nadeem Aslam, Mohsin Hamid und Daniyal Moeenuddin sind die bekanntesten Beispiele der letzten Jahre. Pakistan literarisch von Ausländern betrachtet bietet keine gute Angriffsfläche, die Beispiele sind dünn gesäht. Im Deutschen ist das noch viel mehr der Fall als im Englischen oder Französischen, obwohl mit Annmarie Schimmel und Alama Iqbal zwei vielversprechende Ausgangslagen für einen Austausch in diese Richtung vorhanden sind..</p>
<p>Findet man deutsche Bücher zum Land, liegen diese meist in der Politik Abteilung einer Buchhandlung,  zwischen Übersetzungen von Tariq Ali und Ahmed Rashid  &#8211; diese Beispiele<a href="http://rugpundits.com/2011/02/19/berichterstattung-am-prufstand-neuere-deutschsprachige-literatur-uber-pakistan/" target="_blank"> wurden bereits behandelt</a>. Geschichten abseits dieser meist global (gesellschafts)politischen Narrative stellen den zweiten Teil des <em>Pakistan-Reviews</em> dar.</p>
<p><strong>Reise &#8230;<br />
</strong></p>
<p>2008 hat Alice Albinia mit <a href="http://www.alicealbinia.co.uk/empiresoftheindus/index.html" target="_blank"><em>Empires of the Indus</em></a> den wohl beachtenswertesten Travelogue zu Pakistan geschrieben. Von Mündung bis zur Quelle des Indus (d.h. über Pakistan hinaus) reist sie oft zu Fuss und vermittelt ein Bild ohne sich überhaupt zum Ziel nehmen zu müssen, eine in ihren Augen ungerechtfertigte Darstellung zurechtzurücken. Dieser unprätentiöse Zugang verhindert aber wohl auch die Aufnahme ins <em>AfPak-Expert-Qila</em>, wie ihn beispielsweise Rory Stewart mit seinem <a href="http://www.rorystewartbooks.com/places_in_between.htm" target="_blank"><em>The Places In Between</em></a> erlangt hat (zur Überschneidung von Travelogues und aussenpolitischer Expertise sei <a href="http://www.chapatimystery.com/archives/homistan/experts.html" target="_blank">Manan Ahmed&#8217;s Artikel</a> zum Thema empfohlen).</p>
<p>Dem Indus als Lebens &#8211; und Todbringer (Albinia geht auf diese divine Rolle ein) des ganzen Landes als Aufhänger zu verwenden ist einleuchtend. Einerseits speist er das grösste zusammenhängenden Bewässerungssystem der Welt und ernährt damit das ganze Land und macht Pakistan zu einem der grössten Textilexporteure, andererseits hat er möglicherweise den Niedergang der ältesten urbanen Zivilisationen herbeigeführt (Harappa, Mohenjo-daro) und 2010 zu einer fatalen Naturkatastrophe geführt. Bis auf Balochistan, die vernachlässigteste Provinz des Landes, gerade im Falle der Berichterstattung sowohl im Ausland als auch in Pakistan selbst, streift er mit seinen Zuflüssen alle Landesteile und ermöglicht einen Einblick in die Diversität der Kultur. Hajo Bergmann, hat diese Indus Narrative in einen <a href="http://www.komplett-media.de/dvd_neu_indus_welten_dvd,pid,2325,rid,99,kd.html" target="_blank">Dokumentarfilm</a> gepackt, dabei auch seine Erfahrungen und Beobachtungen in einem Buch, <a href="http://www.amazon.de/Indus-Welten-Pakistan-Kilometer-Karatschi-Kaschgar/dp/3492403689/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1301139790&amp;sr=8-1" target="_blank"><em>Indus-Welten. Eine Reise durch Pakistan</em></a> festgehalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Anhand dreier Stationen, der bergige Norden, das urbane Lahore und der mystische Sindh, versucht er <em>der gängigen Darstellung ein Bild von der Vielfalt Pakistans entgegenzuhalten</em>. Durch lange Freundschaften aus vorhergehenden Filmprojekten im Land, kann er auf Erfahrung zurückblicken die er aber durchwegs aus den Augen eines Touristen wiedergibt ohne sich Expertise anzumassen wie das bei Buchautoren zu einem bei uns unbekannteren Land schnell passieren kann. Für einen Pakistan-Einsteiger ist das Buch eine Empfehlung, wohl auch ohne den Film gesehen zu haben vermag Bergmann&#8217;s Art zu Schreiben Bilder zu evozieren, die einige Aspekte des Landes sehr treffend wiedergeben.</p>
<p>Viel wichtiger, und auch und gerade für jemanden, der Pakistan bereits kennt von Bedeutung sind zwei Gedanken, die sich durch das Buch spinnen.</p>
<p><em>Da reden die Sufi-Meister über &#8220;Entwerdung&#8221; und die Überwindung des Egos, sind aber als Grundbesitzer nicht bereit, ihre Kanäle im Interesse der Allgemeinheit zu sanieren. Man schädigt bewusst den Schwächeren, den Machtlosen: in diesem Fall das Volk der Mohana und die Natur.</em></p>
<p><em>Mag auch ein Schreinbesuch mit Musik nach heutigem Wissensstand dem Immunsystem guttun &#8211; Mangelernährung und bakterielle Erkrankungen kann er nicht besiegen.</em></p>
<p>In irgendeiner Weise kritische Einstellung der Sufi-Kultur gegenüber wird man unter Ausländern die von Pakistan erzählen oder es als Soziologen und Politologen betrachten kaum finden. <a href="http://www.rand.org/pubs/monograph_reports/MR1716.html" target="_blank">RAND</a> erklärte den Sufismus gar zum geigneten Gegenmittel gegen die Talibanisierung des Landes, ein Report der in den Medien weithin Beachtung fand (<a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/7896943.stm" target="_blank">BBC</a>, <a href="http://www.economist.com/node/12792544" target="_blank">Economist</a>) und gerade in der liberalen Mittel- und Oberschicht, bei Menschen, die mit Sufismus bis dahin wenig zu tun hatten und haben wollten (abseits von Junoon Liedern) findet der Sufismus <a href="http://rugpundits.com/2010/12/26/coke-studio-why-it-matters/" target="_blank">plötzlich populäre Resonanz</a>. Während Begeisterung für den Sufismus (oder auch nur Teile seiner Erscheinung) jedem selbst überlassen ist, ist es fahrlässig ihn als Beschreibung für ein ganzes Land oder sogar als politisches Instrument zu verwenden. Sich als Aussenstehender, der sich nicht auf mehreren Ebenen mit dem Islam, seiner mystischen Ausprägung und der vielfältigen Geschichte des Sufismus beschäftigt hat, einen kritischen Blick dafür zu bewahren, hilft den Sufismus als pakistanisches Phänomen und seine Bedeutung besser zu verstehen. Daher sehe ich Bergmann&#8217;s Kommentare als wichtige Denkanstösse.</p>
<p>Bei seiner Verlängerung der Reise nach Kashgar (die wirklich nur für den perfekten Untertitel <em>von Karatschi bis Kashgar</em> eine Bereicherung ist, man spürt, dass ohne den Austausch mit den Menschen durch die Arbeit Film, auch der Einblick verloren geht) konkretisiert er einen zweiten Kritikpunkt, der auch für das Reisen in Pakistan relevant ist.</p>
<p><em>Durch die Identifikation mit den Minderheiten entwickelte ich von Anfang an eine gewisse Opposition und Abneigung gegen die übermächtige chinesische Zentralmacht. [...] Aber warum eigentlich? Hat man in China nicht weit mehr für den kleinen Mann getan als in irgendeinem anderen Land? [...] Vielleicht [...] habe ich jetzt auf der Reise noch mal Zeit, dieser Frage und vor allem der Selektivität und dem Wandel meiner Wahrnehmung nachzugehen. In den letzten Wochen waren meine Eindrücke und Emotionen aus den vielen Asienreisen durcheinandergeraten.</em></p>
<p>Das Erkennen der <em>Selektivität</em> der persönlichen <em>Wahrnemung</em> und seines <em>Wandels</em>, in Anbetracht dessen was Bergmann in seinem Buch beschreibt und kritisch betrachtet, machen dieses Buch zu mehr als einem Traveller Buch für Pakistan ohne dabei eine Abhandlung mit politisch relevanten Aussagen werden zu müssen. Es regt dazu an, die <em>gängige Darstellung</em> in Frage zu stellen und sich selbst kritisch ein Bild zu machen. Seine Gedanken sind notwendig, um aus dem Reisen auch Verständnis zu gewinnen, um sich die Möglichkeit zu eröffnen auch im Kopf zu reisen. Dabei gilt aber für sein Buch auch was er selbst in der Einleitung schreibt: <em>&#8220;Die Sehnsucht zu Reisen wächst auf angenehme Art.</em>&#8221;</p>
<p><strong>&#8230; Musik<br />
</strong></p>
<p>Abgesehen von den zwei Leitmotiven, birgt Bergmann&#8217;s Buch auch den Verweis auf zwei weitere beeindruckende Bücher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Während seiner Episode im Sindh, welche sich um den Sufismus dreht, trifft er auf den deutschen Ethnologen Jürgen Wasim Frembgen, der hier selbst an einer vielbeachteten WDR Produktion über den Schrein des Lal Shahbaz Qalandar mitwirkte (als Buch<a href="http://www.waldgut.ch/e8/e656/e1897/" target="_blank"> Am Schrein des roten Sufi</a>), und 2010 einen Streifzug durch die Musiklandschaft veröffentlichte, <a href="http://www.waldgut.ch/e8/e656/e3561/" target="_blank">Nachtmusik im Land der Sufis</a>.</p>
<p>Empathische Beschreibungen von Konzerten an Orten, die man nur kennenlernt wenn man länger bleibt (wie Pakpattan oder Kot Shahaana) und an solchen die auch vielen Pakistan Touristen bekannt sind und Erinnerungen wecken (wie Shah Jamal und Sehwan) lassen ein lebendiges Bild von Pakistan bei Nacht entstehen. Und zu dieser Zeit spielt sich hier weit mehr ab als in einem westlichen Land. Die Aufzeichnungen von Gesprächen gibt dabei einen guten Einblick in subkontinentale Musik im allgemeinen und wären die Musikstudiengänge an pakistanischen Unis besser entwickelt, könnte dieses Buch als Skript für <em>Aufführungspraxis</em> herhalten. Sein Verweis auf eine <a href="http://www.esnips.com/web/holisticsStuff" target="_blank">Musikdatenbank</a> öffnet ferner eine Welt zu Pakistanischer Musik, wie man sie in Mitteleuropa am CD Markt unmöglich bekommt.</p>
<p>Dabei reist Frembgen mit offenen Ohren und Augen im öffentlichen Raum mit der linguistischen Fähigkeit sich mit jedem zu Unterhalten, die Einblicke ermöglichen, die vielen Autoren aufgrund der sprachlichen Barriere verwehrt bleiben.</p>
<p><strong>Rausch &#8230;<br />
</strong></p>
<p>Der zweite Buchtipp behandelt zwar an sich ein Thema, dass auch in den Medien zu Afghanistan und Pakistan <a href="http://www.nachtschatten.ch/cgi/frame.pl?http://www.nachtschatten.ch/prod/buch_370.htm"><img class="size-full wp-image-1129 alignright" title="pb370" src="http://rugpundits.com/wp-content/uploads/2011/03/pb370.jpg" alt="" width="169" height="255" /></a>dauernd präsent ist &#8211; Drogen, insbesondere Opium &#8211; und auch für den ein oder anderen Backpacker relevant sein dürfte, allerdings aus einer etwas ungwöhnlichen Sicht. Victor Mala (bzw. die Person, die sich hinter diesem Pseudonym verbirgt), wurde 1998 bei der Ausreise in Karachi mit <em>dai kilo</em> <em>charras</em> festgenommen und verbrachte daraufhin 2 Jahre im Karachi Central Prison.</p>
<p>Ähnlich wie bei Ruth Pfau&#8217;s bereits vorgestelltem Buch ist hier der Herausgeber (Wolfgang Bauer) eine haarsträubende Katastrophe, der augenscheinlich durch das Lesen des Buches, eine vorgefertigte Meinung zu bekräftigen versucht. Mala&#8217;s Erzählung über einen Mitinsassen der über die Vernichtung der Ungläubigen spricht wird zu seiner Darstellung, dass Mala für die <em>vielen muslimische Insassen [...] ein &#8220;hundföttischer Christ&#8221; sei</em>, Mala&#8217;s Antwort sieht er <em>prophetisch</em>, Hippies sind <em>edel</em>, Einheimische <em>tückisch</em> und <em>listig</em>, und für Charras aus Quetta, das er wohl selbst kaum kennt weil er es vollkommen falsch schreibt schwärmt er. Allein mit seiner (wenn auch sehr verharmlosenden) Aussage, Mala sei ein würdiger Nachfahre der <em>Opium essenden</em> <em>literarischen Gentlemen</em> Quincey, Stevenson und Melville, mag er Recht haben.</p>
<p>Mit den emotionalen Wallungen eines Opiumessers, in einer fesselnden Sprache, beschreibt Mala nicht nur den Alltag im Central Prison und wie er dorthin kam, sondern webt Geschichten seiner Mithäftlinge aus dem Leben vor den Gefägnismauern, sindhische Legenden und seine Erfahrung mit der Opiumsucht ein. Aus dem Leben mit Menschen aus der Unterschicht und unteren Mittelschicht, dem Grossteil der pakistanischen Bevölkerung, erzählt er so auf Augenhöhe, selbstkritisch nicht hier sein zu müssen, aber ohne Selbstmitleid oder Darstellung der Situation als die Hölle, im Bewusstsein, dass es den anderen genauso geht wie ihm und sie schlussendlich leben. Diesen Einblick in das Leben des <em>common-man</em> (das heisst das Leben der Menschen wären sie nicht im Gefägnis, bzw ihrer freien Freunde und Familien) findet man kaum in nicht-pakistanischen Sprachen. Und mag auch das Umfeld kein Alltägliches sein, <em>Charras</em>, <em>Gup-Shup</em> und <em>Chai</em> spielen &#8220;draussen&#8221; die gleiche Rolle. Und wenn seine Beschreibung der Menschen ausserhalb des Gefägnisses, in diesem Fall in Mumbai (&#8220;<em>diese an junge Affen erinnernde Langeweiler</em>&#8221; zu den &#8220;<em>What is your good name</em>?&#8221; Fragern, und sein harter Blick auf die <em>das-rupian-chota-bacha</em> Bettlerinern) würden in einem Indien Travelogue wohl als <em>politically incorrect</em> verschmäht, treffen aber doch den Nagel ehrlich auf den Kopf. Sein (eben Opium getränktes) genervtes Verhalten, scheint meist Uninteresse an den Menschen zu vermitteln, dabei erkennt er die Menschen tiefgründer als jeder (nur bekiffte?) Traveller, der vorgibt alles wahnsinnig spannend zu finden.</p>
<p>Und während sein Herausgeber sich bemüssigt sieht, die Diskriminierung von Opium zu kritisieren ohne mit einem Wort auf die wahrlich unangenehmen Auswirkungen für einen Opium-Süchtigen hinzuweisen, versteht es Mala diesen Horror zu beschreiben ohne in zu verherrlichen noch ihn zu verteufeln.</p>
<p><strong>&#8230; Bilder</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwar &#8220;nur&#8221; einen meta-literarischen, dafür aber einen umso rareren und dafür visuellen Einblick in Pakistan vermittelt die September 2010 Ausgabe des Zürcher Kulturmagazin&#8217;s <em>Du</em>, <a href="http://www.du-magazin.com/de/magazin/nachbestellungen/detailheft.htm?heftid=239" target="_blank"><em>Die Augen des Subkontinents</em></a>. Neben Beiträgen über Photographie in Indien und Bangladesh, gibt <a href="http://www.greencardamom.net/ver2/" target="_blank">Hammad Nasar</a> eine Einführung in junge moderne Photographie des Landes. <a href="http://www.baniabidi.com/" target="_blank">Bani Abidi</a>, <a href="http://www.arts.cornell.edu/histart/dadi.html" target="_blank">Iftikhar und Elizabeth Dadi</a> und <a href="http://www.saatchi-gallery.co.uk/artists/rashid_rana.htm" target="_blank">Rashid Rana</a> sind drei Beispiele für Künstler, die vornehmlich im Ausland ausgestellt werden, aber ein Beweis für eine aktive moderne Kunstszene vor allem in Lahore und Karachi sind.</p>
<p>Ein Zeugnis des geringen Alters der 3 Nationen und damit auch ein Zeichen für deren heute noch aktuelle Verflechtung in ihren Gegensätzen, ist der Artikel zu Umrao Sher Gil von Alexander Keefe. Ein Sikh, der in Lahore lebte und Vater der heute in Indien bekannten Künstlerin (Amrita Sher Gil) wurde, die noch vor der Teilung des Subkontinents in Lahore starb, gilt als ein <em>unsichtbarer</em> Pionier indischer Photographie.</p>
<p>Ein Zeichen für die unbelastete Betrachtung des Landes von aktuellen Bildern, ist die Zusammenfassung des Subkontinents, weg vom AfPak zum IndoPak Fokus. Weder einer oder der andere enthält <em>die</em> Wahrheit, vielmehr ist Pakistan eben beides, prägnant dargestellt durch seine Lebensader Indus.</p>
<p>Kamran Akmal ist IndoPak, Shahid Afridi AfPak und gemeinsam sind sie, wenn sie auch manchmal nicht einer Meinung sind, drauf und dran Sportgeschichte zu schreiben, die in Mitteleuropa ähnlich wenig wahrgenommen wird wie gelebter Sufismus, subkontinental Klassische Musik, Chaman Charras oder moderne pakistanische Photographie. Es sind dies auch nur Ausschnitte aus einem Gesamtbild, <em>haar cheez ka review</em> würde nicht nur die Umpires verwirren sondern vor allem den europäischen Betrachter. Aber sie deuten eine Diversität an, der die derzeitige Berichterstattung über das Land nicht im Ansatz gerecht wird.</p>
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		<title>Berichterstattung am Prüfstand &#8211; neuere deutschsprachige Literatur zu Pakistan</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 12:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph R. Hörstel]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Hippler]]></category>
		<category><![CDATA[Jorge Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Mohammed Hanif]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Ruth Pfau]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Ladurner]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tatsache, dass sich auch Spezialisten immer wieder bewusst und unbewusst auf medial verbreitete Stereotype stützen, zeigt wie beladen diese Region mit voreingenommenen Vorstellungen ist. Gerade Hippler und Hörstel plädieren, entsprechend unterlegt von weitaus umfassender Literatur, für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Land und zeigen, dass man dafür nicht nur eine sicherheitspolitische Argumenation anführen muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Pakistan ist wie Indien, ausser wenn es wie Afghanistan ist. (Ist jemandem schon aufgefallen, wie wir geographisch von einer Randnotiz am Subkontinent zu einem essentiellen Faktor im weiteren Mittleren Osten wurden? Ist das ein Fortschritt?) Es wird sofort klar ob das Pakistan in unserem Werk Indo-Pak oder Af-Pak ist, je nachdem ob am Titelbild Paisleymuster oder Bomben/Minarette/furchterregende Männer in Shalwar Kameez abgebildet sind (es gibt keine Männer, die nicht Shalwar Kameez tragen.) Wenn Frauen am Titelbild sind, werden die zwei möglichen Pakistans durch die Kleidungswahl ausgedrückt: Hochzeitskleider oder Burqas?</em></p>
<p><em>Frauen haben nie die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Ausser sie brechen alle Regeln, das bezahlen sie mit dem Leben. Ich glaube es gibt über sie nichts zu sagen, oder?<br />
</em></p>
<p><a href="http://www.granta.com/Online-Only/How-to-write-about-Pakistan" target="_blank">Mohammed Hanif in GRANTA 112 &#8220;How to write about Pakistan&#8221;</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/h%C3%A4tte-die-Liebe-nicht-Pakistan/dp/3451302977/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1296250572&amp;sr=8-1" target="_blank"><em> Und hätte die Liebe nicht</em></a><br />
Ruth Pfau/Michael Albus<br />
Herder, 2010, 220 pp., €17,95</p>
<p><em><a href="http://www.amazon.de/Pakistan-Komplex-Land-zwischen-Untergang-Nuklearwaffen/dp/3866121768/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1296250672&amp;sr=1-1" target="_blank">Der Pakistan Komplex</a></em><br />
Jorge Scholz<br />
Pendo, 2008, 170 pp., €16,90</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Bitte-informieren-Sie-Allah-Terrornetzwerk/dp/3776625511/ref=pd_sim_b_5" target="_blank"><em>Bitte informieren Sie Allah</em></a><br />
Ulrich Ladurner<br />
Herbig, 2008, 238 pp., €19,90</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Das-gef%C3%A4hrlichste-Land-Welt-Milit%C3%A4rherrschaft/dp/3462040111/ref=pd_bxgy_b_img_b" target="_blank"><em>Das gefährlichste Land der Welt?</em></a><br />
Jochen Hippler<br />
Ki&amp;Wi, 2008, 292 pp., €9,95</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Brandherd-Pakistan-Terrorkrieg-Deutschland-kommt/dp/3897068419/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1296251042&amp;sr=1-1" target="_blank"><em>Brandherd Pakistan</em></a><br />
Christoph R. Hörstel<br />
Kai Homilius, 2008, 399 pp., €24,80</p>
<p><a href="http://rugpundits.com/2011/03/27/har-cheez-ka-review-deutsche-literatur-zu-pakistan-die-unkonventionelle-betrachtung/" target="_blank">Teil II der <em>Pakistan Rezension</em></a>.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><strong>Deutschsprachige Medien und Pakistan</strong></p>
<p><em>Medienberichterstattung kann nicht nur Brücken zwischen den Kulturen bauen, sondern diese auch einreißen, denn Worte und Bilder haben mit Bomben mitunter eines gemeinsam &#8211; sie besitzen Sprengkraft.</em> So schliesst Jorge Scholz das erste Kapitel seines Buches <em>Der Pakistan-Komplex</em> ab und stellt noch während er auf das spezifische Framing der Berichterstattung über Pakistan hinweist selbst eine typische Assoziation &#8211; Pakistan und Terror &#8211; bewusst oder unbewusst her. Es ist im Fall von Pakistan nicht einfach, nicht auf stereotype Bilder wie Mohammed Hanif sie persifliert, zurückzufallen. Zu sehr werden wir ununterbrochen beeinflusst von einseitiger medialer Berichterstattung. Und das gilt in hohem Masse auch für Journalisten und Autoren die das Land und seine Umstände gut kennen, ja sogar für pakistanische Journalisten wie Mohammed Hanif. Pakistanische Medien, in Ermangelung eigener Recherche entlehnen Material und Formulierungen oft von internationalen Medien und sind so oft ähnlich weit entfernt von der Wahrheit.</p>
<p>Scholz zeigt diese Problematik für die deutsche Medienlandschaft gut auf &#8211; keine deutsche Zeitung ist in Pakistan mit einem permanenten Mitarbeiter vertreten (das gilt überdies auch für Österreich und die Schweiz), Berichte werden wenn überhaupt in Indien oder Südostasien verfasst (die NZZ berichtete zu den Überschwemmungen lange Zeit nur über ihren Korrespondenten aus Bangkok, aus Österreich war nur der Kurier und das Boulevard Blatt Österreich vertreten). Dagegen haben mehrere englische und französische Printmedien eine permanente Präsenz in Islamabad. Mir sind keine bislang unbekannten Fakten aufgefallen, wie der Buchrücken verspricht, und der Autor hält sich in der Beschreibung des <em>Komplexes</em> sehr an seine Schlagwörter des Untertitels, sein <em>Framing</em> (<em>Ein Land zwischen Niedergang und Nuklearwaffen</em>). Doch Scholz hat mit diesem Buch einen guten Einstieg vorgelegt, wenn man sich für Pakistan als global-politischen Schlüsselfaktor interessiert. Er beleuchtet vor allem Aspekte die in westlichen Medien immer wieder kursieren, durch unzureichende Hintergründe aber unvollständig bleiben (Islam in Pakistan, Benazir Bhutto, Parteienlandschaft etc.) und zu vereinfachenden und meist schlichtweg falschen Bildern führen. Die Demaskierung der medialen Klischeeberichterstattung gelingt ihm dabei ohne ein apologetisches Gegenbeispiel zu erfinden.</p>
<p>Allein die Sufismus Floskel konnte er sich nicht verkneifen &#8211; dass der überwiegende Teil der pakistanischen Bevölkerung <em>Mystiker Orden</em> anhängt ist genauso eine unbelegte Halbwahrheit wie zu sagen der überwiegende Teil der Bevölkerung wäre radikal-islamisch. Doch ist diese Shah-Jamal-These bei sogenannten &#8220;Pakistan-Kennern&#8221; eine beliebte um am schlechten Image des Landes zu rütteln. Spezialisten wie <a href="http://www.waldgut.ch/e8/e656/e1897/" target="_blank">Frembgen</a> oder <a href="www.williamdalrymple.uk.com/Word_docs/Sufi%2520Soul%2520FinalScript.doc" target="_blank">Dalrymple</a> kehren diesen Aspekt des pakistanischen Islam hervor, die <a href="http://video.nytimes.com/video/2011/01/06/world/asia/1248069532117/sufism-under-attack-in-pakistan.html" target="_blank">NYT</a> hat dieses Thema gerade in Anbetracht der zuletzt vermehrt auftretenden Anschläge auf Schreine aufgegriffen. Während schon hier einige sehr verallgemeindernde Aussagen zu finden sind, greifen Medien ohne fundierte Kenntnisse den Sufismus als Antithese zur Radikalisierung Pakistan&#8217;s auf. Ohne Zweifel spielen die Lehren der Sufi Mystiker in ganz Pakistan eine grosse Rolle. Schreine gibt es im ganzen Land unzählige, Menschen die diese besuchen und sie als wichtigen Teil ihres Glaubens sehen auch. Diesen sufistischen Islam als den besseren (den liberaleren/progressiveren) hinzustellen gegenüber dem Islam, der den Sufismus ausschliesst, ist problematisch. Andererseits beeindruckt von den Menschenmassen in den Schreinen auf die religiöse Ausrichtung eines ganzen Landes zu schliessen und darüberhinaus eine politische Signifikanz zu erkennen, steht uns in erstem Fall nicht zu, in zweitem ist es ganz einfach nicht belegt. Bekannte linke Stimmen wie Pervez Hoodbhoy argumentieren gar dezidiert dagegen. Sufibruderschaften spielen in der Geschichte der Politik sowohl im Gebiet des heutigen Pakistan, Afghanistan und der zentralasiatischen Staaten eine grosse Rolle. Dieser politische Sufismus kann aber sicher nicht mit dem Aspekt dieser Strömung gleichgesetzt werden, auf den er heute oft reduziert wird &#8211; Dhamal, Charras und Dreadlocks. Bevor man sich hier in mystisch-politische Thesen verstrickt, sollte man diese getrennt betrachten. Für erstere ist Annemarie Schimmel eine gute Quelle, für zweite Jochen Hippler.</p>
<p><strong>Grundlagen und Wahrnehmungen</strong> &#8230;</p>
<p>Ähnlich fokussiert auf den politisch-geschichtlichen Aspekt des Landes schreibt er in <em>Das gefährlichste Land der Welt?</em> Dabei zieht er aber einen beeindruckenden Bogen von den frühesten Bewohner des heutigen Pakistan bis ins Jahr 2007, nur um diese Rückblicke immer mehr als Puzzleteile der heutigen Realitäten zu verwenden.</p>
<p><em>Wer Pakistan verstehen möchte, muss wie auch anderswo zuerst nach den Interessen der unterschiedlichen Akteure fragen &#8211; und erst danach deren ideologische Präferenzen und Äußerungen beachten. Auch in Pakistan findet Religiosität nicht im luftleeren Raume statt […].</em></p>
<p>Mit scheinbar einfachen, nüchternen politikwissenschaftlichen Formeln bringt Hippler schon früh auf den Punkt wie man sich davor schützt in den unergründlichen Tiefen der stereotypen Erklärungsversuche zu versinken. Während er einen klaren Aufbau und eine distanzierte Betrachtungsweise verfolgt, liest sich das Buch spannend bis zum Schluss und man glaubt Hippler gern, dass er das Land nicht nur als Wissenschaftler kennt. So schreibt er von seiner persönlichen Beziehung zum Land und der Zuneigung zu den Menschen, betont aber auch seine Abneigung der politische Klasse gegenüber. Dabei fällt dann seine Kritik an der politischen Entscheidungsfähigkeit der Bevölkerung milder aus als sie es wohl manchmal verdient hätte (<em>[…]wobei die Bevölkerung leicht übersah […]</em>). Kritik an einem ganzen Volk für seine Regierung zu üben ist selbstverständlich immer gewagt. Nur sind es gerade oft Pakistanis selbst, die darauf hinweisen, dass sie sich als Demokratie sehen, und damit auch Verantwortung für ihre gewählte Regierung zeigen müssen. Allein ihr politisches Gedächtnis ist kurzweilig und Politiker die einmal verjagt wurden, haben gute Chancen zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit offenen Armen empfangen zu werden. Das heute ein Mann Präsident ist, der durchwegs vom ganzen Volk seit Jahrzehnten verachtet wird erscheint paradox und findet wohl allein in Berlusconi&#8217;s Italien eine Parallele wobei sich Pakistan zumindest unabhängiger Medien rühmen kann.<br />
Basierend auf anderen Autoren aber auch eigenen Erkenntnissen schlägt Hippler eine sinnvolle Einteilung der religiösen Strömungen im Land vor um später, nach einer umfassenden Darlegung der militärischen Strukturen den Nexus (radikaler) Islam und Armee zu behandeln. Dieser ist scheinbar in Anbetracht des gern beschworenen Horrorszenarios, pakistanische Atomwaffen in Händen radikaler Muslime, interessant. Dabei hält sich Hippler damit gar nicht lange auf und sieht dieses Szenario als sehr unwahrscheinlich an. Vielmehr vermag er es den westlichen Leser von der Vorstellung, die globale Bedrohung wäre das größte Problem, zur Relevanz der innerstaatlichen Konflikte zu führen, in denen sowohl Armee als auch Zivilbevölkerung (auf deren Befinden er auch vorhergehend eingeht) eine grosse Rolle spielen.</p>
<p><em>In westlichen Ländern herrscht häufig die Wahrnehmung vor, in Pakistan sei ein Kampf zwischen &#8220;radikal islamistischen&#8221; Gruppen und &#8220;säkularen&#8221; Kräften im Gange. Islamische Parteien und religiöse Kräfte werden mit der Gewalt identifiziert, während die säkularen Akteure reflexartig als &#8220;gemäßigt&#8221; und &#8220;demokratisch&#8221; gelten. Tatsächlich aber ist höchst fraglich ob das Problem der Säkularität oder religiösen Orientierung die grundlegende Konfliktlinie in Pakistan beschreibt.</em></p>
<p>Auch am englisch- oder französischsprachigen Buchmarkt wird man derzeit kaum ein gleichzeitig so umfassendes und doch kurzweiliges Buch zu Pakistan finden.</p>
<p><strong>&#8230; schmerzlich vermisst</strong></p>
<p>Beide, Scholz und Hippler, heben in ihrer Einleitung den Journalisten hervor, der vielen Deutschen im Zusammenhang mit Afghanistan und Pakistan vor allem aus der <em>Zeit</em> am bekanntesten sein dürfte &#8211; Ulrich Ladurner. Scholz erwähnt einen seiner Berichte als <em>positive Erscheinung</em> in der sonst einseitigen Berichterstattung, Hippler bezieht gar seinen Titel aus Ladurner&#8217;s nur kurz vorher erschienen Buches <em>Bitte informieren Sie Allah! </em>Dieses beginnt basierend auf der berühmten <a href="http://www.newsweek.com/id/57485" target="_blank">Newsweek Schlagzeile</a>: <em>[…] Pakistan [wird] als das gefährlichste Land der Welt bezeichnet &#8211; zu Recht</em>. Dabei sieht er das als <em>Paradox</em> angesichts dessen, dass <em>religiöse Parteien nie mehr als 12% der Stimmen bekommen haben</em> &#8211; er bestätigt damit Hippler&#8217;s fragliche Wahrnehmung der westlichen Länder. Und während es Scholz und Hippler gelingt dieses Paradox als westlich vereinfachendes Erklärungskonstrukt zu enttarnen, das auf Stereotypen fußt um diese im Teufelskreis zu bestätigen, lässt sich Ladurner nur von diesen leiten. Mit Zirkelschlüssen wie <em>Pakistan birgt in der Tat erhebliches, destruktives Potenzial, es ist der gefährlichste Staat der Welt […]</em> nur wenige Seiten später nimmt er <em>den Leser bei der Hand</em> zu immer wiederkehrenden Fragen ohne Antworten. Seine Interviewpartner sind durchwegs Spiegelbilder seiner eigenen sturen Einstellung &#8211; den konservativen MMA Maulvi befragt er zu Mädchenschulen, einen anderen zu Osama bin Laden, den Madrassa Schüler in der Haqqania zum Jihad, den Kashmiri Mujahed nach dem ISI. Er bekommt nie mehr als das Insistieren auf den Stereotypen, die er selbst mitgebracht hat, zurück und muss sich dann ärgern wenn er nach seiner Darstellung von Musharraf als böser Diktator auf eine Hitler-Diskussion geführt wird (siehe dazu die <a href="http://rugpundits.com/2011/01/21/hitlers-popularity-in-pakistan-jumping-to-conclusions" target="_blank">Kritik</a> zu Hasnain Kazim&#8217;s Artikel). Wie genervt und gleichzeitig verwundert über unser beschränktes Interesse müssen pakistanische Konservative sein, wenn alles was sie gefragt werden Mädchenschulen und Frauenrechte betrifft! Bärte spielen in seinen Interviews eine größere Rolle als der Inhalt der Gespräche, die er oft selbst abbricht, denn <em>[er] wusste, dass […] sonst noch eine lange, fruchtlose Debatte bevorstehen würde</em>. Dabei sagt er über seine Interviews selbst: <em>Ich hatte keine Beweise […] sondern nur Gerüchte aufgeschnappt</em>, oder <em>Was wusste ich schon darüber? Nichts […]</em> und <em>Auf diese Frage war ich nicht vorbereitet</em>. An sich ein interessanter Ansatz ein Buch über Pakistan, dessen Bewohner Verschwörungstheorien kultivieren, zu schreiben &#8211; nur fehlt Ladurner leider Zaid Hamid&#8217;s Stamina und Glenn Beck&#8217;s Schauspielkunst um diesen auch durchzuziehen. Die Militärs, Aslam Beg, Hamid Gul und General Tariq ziehen ihn dabei allesamt über den Tisch &#8211; letzteren glaubt Ladurner damit schmeicheln zu können indem er seinen Tee als <em>sehr aromatisch</em> und die Mauern des Forts in Peshawar als besonders <em>dick</em> lobt.</p>
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<p>Er erkennt seine Naivität dabei oft selbst, für jemanden der laufend aus der Region berichtet ist dafür der Zeitpunkt ein Buch darüber zu schreiben aber denkbar spät. Iftikhar Chaudhry ist für ihn (wie eben durchwegs unkritisch betrachtet für die westlichen Medien) eine uneingeschränkt positive Figur. Ein Taxifahrer, beliebteste Quelle schleissiger Journalisten, regt ihn zum Hinterfragen an. In der Haqqania Madrassa ist er überrascht davon, dass ein Maulvi Interesse an einem Computerspiel zeigt und in einem Papierstapel erhofft er eine Arbeit von Mullah Omar nur um sich gleich zu erinnern, dass dieser Analphabet ist. Abdul Rashid Ghazi (mit <em>gepflegtem Bart</em>!) telefoniert vermutlich <em>mit Gleichgesinnten in Peshawar</em> denn <em>wenn es eine fortschreitende Talibanisierung des Landes gab, dann musste sie [hier] sehr gut zu beobachten sein</em> &#8211; die Talibanisierung auf die Provinz Khyber Pakhtunkhwa zu beschränken ist billigstes Klischee. Dabei sucht er sich genau die journalistischen Hotspots aus, die jeder Neuling im Land sofort ansteuern würde &#8211; die Haqqania als Standard Madrassa, die Rote Moschee als Hub des Extremismus, LUMS als Inbegriff des westlichen Pakistan. Dabei kommt es hier zur interessantesten Szene im ganzen Buch &#8211; mit Aamir Reaz, Professor an der renommierten Universität sitzt er in der Food Street:</p>
<p><em>Aamir Reaz betrachtete mich aufmerksam. Er forderte mich mit einer Handbewegung auf zu essen. Ich griff nach dem Fladenbrot. […] Alles passte, selbst der Knall eines Feuerwerkskörpers in einer Seitengasse fügte sich nahtlos ein. Ich öffnete die Augen.</em></p>
<p>Dazu sei Mohsin Hamid&#8217;s <a href="http://www.amazon.com/gp/product/B001VEHZZ2/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_1?pf_rd_p=1278548962&amp;pf_rd_s=lpo-top-stripe-1&amp;pf_rd_t=201&amp;pf_rd_i=0151013047&amp;pf_rd_m=ATVPDKIKX0DER&amp;pf_rd_r=09NF2C7084QWCTJH6SMV" target="_blank"><em>Reluctant Fundamentalist</em></a> empfohlen &#8211; die exakt gleiche Szene am gleichen Schauplatz spielt sich hier in Fiktion aus der Sicht des Professors ab und stellt den Höhepunkt des Buches dar.</p>
<p><strong>Die Stimmen der anderen</strong></p>
<p>Eine Zusammenfassung allein der drei Buchdeckel würde hier schon genügen um Mohammed Hanif&#8217;s anfängliche Parodie bestätigt zu wissen &#8211; Militär (<em>Bomben</em>), Islam (<em>Minarette</em>), Frauen (<em>die gebrochene Regeln mit dem Leben bezahlen</em>). Christoph Hörstel&#8217;s <em>Brandherd Pakistan</em> schiesst da noch über&#8217;s Ziel hinaus. Ein blutverschmierter Buchdeckel, Moschee und Terroristen inklusive &#8211; umso überraschter war ich, als nach 100 Seiten währender Skepsis langsam die Ansicht überwog, dass dieses Buch ein besseres Cover verdient hätte.</p>
<p>Der Untertitel (<em>Wie der Terrorkrieg nach Deutschland kommt</em>) lässt erahnen, dass es hier nicht in erster Linie um Pakistan als Land oder Gesellschaft geht. Wie auch in seinen anderen mehr (<a href="http://www.amazon.de/Afghanistan-Pakistan-Wendepunkt-Christoph-R-H%C3%B6rstel/dp/3897064170" target="_blank"><em>Afghanistan-Pakistan: NATO am Wendepunkt</em></a>) oder weniger (<a href="http://www.amazon.de/Sprengsatz-Afghanistan-Bundeswehr-t%C3%B6dlicher-Mission/dp/3426781166/ref=pd_sim_b_3" target="_blank"><em>Sprengsatz Afghanistan: Die Bundeswehr in tödlicher Mission</em></a>) interessanten Büchern geht es Hörstel darum seine Kritik am <em>Terrormanagement</em> des Westens und seinen <em>Disengagement Plan</em> für die Region vorzustellen. Im Gegensatz zu anderen Autoren schlägt er hier konkret Lösungsmöglichkeiten für das Problem AfPak vor und findet damit leider, aber nicht überraschenderweise, wenig Anklang. Er plädiert für einen Dialog mit und Verständnis für Akteure (wie den Taliban), die für die meisten Journalisten und auch Wissenschaftler auf dem Gebiet der Konfliktforschung von vornherein ausserhalb des möglicherweise zu erreichenden Verständnisbereichs liegen. Mit der Erfahrung aus dem Afghanistankrieg in den 80ern und engen Kontakten, vor allem zu Gulbuddin Hekmatyar (der heute noch &#8211; wenn auch verdeckt &#8211; eine Rolle spielt), vermag Hörstel &#8211; ohne dabei <a href="http://rugpundits.com/2010/12/24/kaplans-imperialism-grunts/" target="_blank">kaplanesk</a> zu heroisieren &#8211; die <em>Bärtigen</em> als ernstzunehmende Gegenseite darzustellen.</p>
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<p>Seine oft etwas flapsige, leicht beleidigte Schreibweise ob der Nichtbeachtung seiner Arbeit in der Medienlandschaft (<em>Unsere &#8220;Experten&#8221; outen sich durch Unkenntnis korrekter Bezeichnungen. Da wir gerade dabei sind: Der Singular von &#8220;Taliban&#8221; ist &#8220;Talib&#8221;. Wie war das noch mit dem Bremer Taliban Murat Kurnaz?</em> und <em>Ich hasse diese &#8220;underdog-Situationen&#8221;, &#8211; manchmal glaube ich, sie verfolgen mich durch mein ganzes Leben […]</em>), das wiederholte Betonen, dass seine Stimme nicht gehört wird und 2 gescheiterte Ehen als Resultat seines selbstlosen Einsatzes haben mich immer wieder genervt &#8211; lässt sich dieser Stil wirklich besser verkaufen als ein rein sachlicher Zugang? Dazu kratzt er manchmal an unbelegten Verschwörungstheorien (geheime Aufteilung der Welt in Einflussbereiche im kalten Krieg, 9/11 Inside-Job, etc.) die ausser einem leichten Hang zu diesen (anti-westlichen) Theorien nichts erkennen lassen und seine Arbeit nur diskreditieren. Denn hinter diesem populistischen Stil verbergen sich vor allem viele gut dokumentierte und mit seriösem Material hinterlegte Beobachtungen, die es einem Leser erlaubt Pakistan und seine verschiedenen Akteure als geopolitischen Faktor besser zu verstehen.</p>
<p>Hörstel beginnt sein Buch identisch wie Nicholas Schmidle sein <a href="http://www.amazon.com/Live-Perish-Forever-Tumultuous-Pakistan/dp/0805089381" target="_blank">To live or to perish forever. </a>Beide werden 2007 vom Geheimdienst des Landes verwiesen und beginnen so ihre Berichte. Doch während Schmidle nur auf 2 Jahre zurückblickt (daraus aber einen sehr lesenswerten Bericht formt), sind es bei Hörstel 2 turbulente Jahrzehnte. Er kann die Entwicklung genau dieses heute so mächtigen Geheimdienstes vom Kashmir bis zu den Taliban aus eigener Erfahrung nachzeichnen, geht auf innenpolitische Entwicklungen von grosser Relevanz ein, die in westlichen Medien gar nicht wahrgenommen werden und behandelt, wie der Titel verspricht auch deutsch-pakistanische Beziehungen. Dabei bleibt wenig Platz für Grundlagen wie man sie bei Scholz und Hippler findet, viele Theorien die diese Autoren darlegen vermag Hörstel aber aus eigenen Erfahrungen nachzuzeichnen.</p>
<p><strong>Emotionaler Zugang</strong></p>
<p>Ruth Pfau ist neben Annemarie Schimmel wohl die bekannteste Deutsche mit Verbindung zu Pakistan und (wenn auch oft unter <em>Spiritualität</em> oder gar <em>Indien</em>) ihre Bücher liegen oft als die einzigen zu diesem Land in deutschsprachigen Buchhandlungen auf. So sympathisch das Titelbild (gerade auch in Anbetracht der sonstigen Auswahl) von Ruth Pfau&#8217;s letztem Buch <em>Und hätte die Liebe nicht</em> (geschrieben überdies von Michael Albus) erscheinen mag, so abschreckend war die Rückseite.</p>
<p><em>Pakistan und Afghanistan &#8211; die gefährlichsten Regionen der Welt. Ruth Pfau, Lepraärztin und Ordensfrau war im Untergrund in Afghanistan, als das Land noch von den Russen besetzt war und sie kennt Pakistan von innen und außen wie kaum jemand anderer. Zu Fuß, mit dem Jeep, auf dem Rücken von Pferden und Kamelen hat sie das wilde, zerklüftete, wüstenhafte Land durchstreift, nach Kranken gesucht, Hilfe geleistet &#8211; und die Lepra ausgerottet. Sie berichtet von der Faszination des Islam, von seiner Fähigkeit zur Mystik, dem geistlichen Hunger, der »nicht vom Brot allein« gestillt werden kann. Aber auch von seinen Abgründen.</em></p>
<p>Während das Attribut <em>die gefährlichsten</em> noch streitbar ist, kennen Pakistan mindestens 170 Millionen Menschen besser als Pfau. Was würden deutsche Leser sagen, wenn <a href="http://www.amazon.de/Gr%C3%BCnkohl-Curry-Geschichte-einer-Einwanderung/dp/3423247398/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1298111715&amp;sr=1-1" target="_blank">Hasnain Kazim&#8217;s Buch</a> mit dem Hinweis <em>kaum jemand kennt Deutschland so wie er</em> versehen würde? Pakistan als <em>wild, wüstenhaft</em> und das <em>Land der Taliban</em> zu charakterisieren ist schlichtweg falsch, wie man den <em>Islam von innen</em> kennen soll um von seiner <em>Geschichtslosigkeit</em> zu berichten, bleibt mir auch nachdem ich das Buch gelesen habe ein Rätsel.</p>
<p>Michael Albus hat Gedanken von Pfau über ihre 50 Jahre in Pakistan aufgezeichnet. Und während Albus auch in der kurzen Landesbeschreibung am Ende des Buches (Pakistan reduziert auf Religion, Nuklearwaffen und die Rolle der Frau) und im Nachwort alles falsch macht, was in subjektiver Berichterstattung falsch zu machen möglich ist, sind Pfau&#8217;s Erfahrungen durchaus lesenswert. Dabei liegt sie mit politischen und pragmatisch-religiösen Einschätzungen oft überraschend weit daneben. Zu behaupten, dass<em> fast jeder Pakistani fastet </em>ist gewagt, dass sich das <em>Fasten hauptsächlich im Rituellen</em> abspielt steht einem Aussenstehenden per Pauschalurteil kaum zu. Sehr überzeugt sagt sie: <em>Pakistan ist kein Rechtsstaat. […] Das ist aber nicht primär ein Scharia-Problem</em>. Ersteres mag in der Praxis (sicher nicht in der Theorie) zutreffen, zu suggerieren, dass die Nicht-Rechsstaatlichkeit in irgendeiner Weise ein Scharia-Problem wäre ist aber schlichtweg falsch.</p>
<p>Die deutschen Übersetzungen von Ahmed Rashid&#8217;s Klassikern <em>Taliban</em> und <em>Descent into Chaos</em> haben im deutschen Buchhandel derzeit Hochkonjunktur. Rashid wird immer wieder in deutschsprachigen Zeitungen auch zu Pakistan befragt, auch wenn sein Heimatland selten eine bedeutende Rolle in seinen Arbeiten spielt. Um seine Analysen der ganzen Region nachvollziehen zu können, sind Grundlagen zu Pakistan notwendig und es gibt durchwegs deutschsprachige Autoren die einen fundierten Zugang zum Land ermöglichen. Die Tatsache, dass sich auch Spezialisten immer wieder bewusst und unbewusst auf medial verbreitete Stereotype stützen, zeigt wie beladen diese Region mit voreingenommenen Vorstellungen ist. Gerade Hippler und Hörstel plädieren, entsprechend unterlegt von weitaus umfassender Literatur, für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Land und zeigen, dass man dafür nicht nur eine sicherheitspolitische Argumenation anführen muss.</p>
<p><em>Natürlich handelt es sich bei der hier vorgestellte Auswahl ausschliesslich um Bücher, die sich mit Pakistan allgemein beschäftigen. Es handelt sich dabei einfach um die Bücher die ursprünglich auf Deutsch geschrieben am ehesten in einer Buchhandlung zu Pakistan aufliegen, bzw. die auf Amazon unter dem Suchbegriff &#8220;Pakistan&#8221; erhätlich sind.</em></p>
<p><em>Literatur die auf bestimmte Aspekte des Landes eingeht wird in der nächsten Pakistan-Rezension behandelt.</em></p>
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		<title>Byron &#8211; Chatwin &#8211; Stewart &#8211; Bouvier</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Dec 2010 18:31:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Steiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Book Review]]></category>
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		<description><![CDATA[William Dalrymple has written a thoughtful review of the recent publication of letters by Bruce Chatwin. Apparently he once wrote the foreword for Robert Byron's Road to Oxania - in the newest edition Rory Stewart is doing that job.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>William Dalrymple has written a <a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/the_tls/article7168056.ece" target="_blank">thoughtful review</a> of the recent publication of letters by Bruce Chatwin. Apparently he once wrote the foreword for Robert Byron&#8217;s <em>Road to Oxania</em> &#8211; in the <a href="http://www.amazon.com/Road-Oxiana-Robert-Byron/dp/0195325605/ref=dp_ob_title_bk?ie=UTF8&amp;qid=1293301111&amp;sr=8-1" target="_blank">newest edition</a> Rory Stewart is doing that job. Considering their eccentricity and British background that&#8217;s a fair choice and good reason to finally order this book. A writer who in his writing is definitely closer to Chatwin than Stewart was Nicolas Bouvier, whose <em><a href="http://rugpundits.com/2009/10/23/lusage-de-monde-i-elections-then-and-now/" target="_blank">Way of the World</a> </em>I can recommend.</p>
<p>While ordering Byron&#8217;s book, I remebered to get Alexander Burnes&#8217; Travels to Bokhara which Amazon, nor Abebooks stocks &#8211; it&#8217;s <a href="http://www.archive.org/stream/travelsintobokha03burn#page/n21/mode/2up" target="_blank">available online</a> though.</p>
<p>So much for Chatwin-like namedropping &#8230;</p>
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