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The Other View

“deeper than the ocean and higher than the mountain” – Teil I der Sino-Pak Serie

dostpengyou1. Ausgabe der Sino-Pakistan Serie

Anlässlich des 60 Jahr Jubiläums der sino-pakistanischen Beziehungen wurde heuer ein China-Pakistan Freundschaftsjahr ausgerufen. Im Zuge dessen werden wir hier unregelmässig auf Aspekte dieser Beziehungen eingehen.

“deeper than the ocean and higher than the mountain” – Einführung in sino-pakistanische Beziehungen

Ein Freund aus Hongkong hat mir einmal die Form Chinas als ein Drachen erklärt. Der Kopf um Beijing mit Ohren/Hörnern in die innere Mongolei, zwei Pranken zwischen Gelben Fluss und Jangtsekiang, Füße zum Mekong, der Körper in Tibet – am Schwanz hängen ihm Pakistan, Afghanistan, Tajikistan und Kirgyzstan. Diesem Schwanz misst die chinesische Regierung obwohl, und gerade weil er so weit entfernt von der Machtbasis des Landes am westlichsten Rand des Landes liegt große Bedeutung zu und legt Wert darauf ihn unter Kontrolle zu haben. Und während es Europa und den USA schwer fällt Allianzen dauerhaft zu bilden und mit der „islamischen Welt“ ihre Probleme haben, expandiert China an allen Fronten von den westlichen Medien weniger beachtet als sein Einfluss am afrikanischen Kontinent.

138 v.Christus schickte Han Wudi einen Gesandten, Zhang Qian, nach Ferghana um dort mit den Yuezhi eine Allianz zu schmieden. Er kehrte mehr als 10 Jahre später mit reichen Erfahrungen zurück. Heute ist die SCO (Shanghai Cooperation Organization) ein wichtiges diplomatisches Mittel zu den zentralasiatischen Staaten. Pakistan hat Beobachterstatus in der SCO, pflegt aber individuell schon lange enge Kontakte zur chinesischen Zentralregierung.

Pakistan hat die Volksrepublik China als erster nicht-kommunistischer Staat 1950 anerkannt, 1961 setzte sich Pakistan fuer die Wiedereinsetzung aller Rechte von China in der UN ein. Der China-Indien Krieg 1962 förderte die sino-pakistanische Beziehung, es kam zu Übereinstimmung in Grenzfragen und der Bau des Karakorum Highways zwischen Tashkurgan/Xinjiang und Islamabad der damit den schnellen Güterverkehr ermöglichte wurde beschlossen. China unterstützte Pakistan in seinen Konfikten mit Indien 1965 und 1971 und militärische Kooperation kumulierte, fuer den Westen besorgniserregend in der Unterstützung Chinas beim Bau der pakistanischen Atombombe. 2005 unterzeichneten die Länder ein Freundschaftsabkommen mit den Worten „neither party will join any alliance or bloc which infringes upon the sovereignty, security and territorial integrity” of either nation, while simultaneously positing that both parties „would not conclude treaties of this nature with any 3rd party“.

Während Musharraf China im Februar 2006 besuchte, nannte er die Beziehung zwischen den Ländern “deeper than the ocean and higher than the mountain”. Während dieses Besuchs bat er auch um die Vollmitgliedschaft in der SCO. Diese bleibt Pakistan aber bis heute verwehrt.

Die wichtigsten Eckpunkte der sino-pakistanischen Beziehung sind China’s Interesse am Zugang zum Arabischen Meer (Bau des Hafens Gwadar, Ausbau der Karakorum Highway Linie), die Kooperation Pakistan’s innerchinesische Konflikte mit muslimischen Uyghuren in Xinjiang zu kontrollieren und der Zugriff auf den (relativ billigen) pakistanischen Arbeitsmarkt und den aufstrebenden Gütermarkt. Der chinesische Mobilfunkanbieter Zhong kann sich, obwohl verspätet in den Markt eingestiegen, gut gegen die ursprünglichen Konkurrenten (Mobilink, Telenor, Warid) behaupten, Rikshaws kommen zunehmend aus China (Qingqis), der chinesische Kalashnikov Nachbau wird ob seiner Leichtigkeit geschätzt.

Qingqi Familien Wagen

Qingqi Familien Wagen

Autor mit chinesischem Kalashnikov Nachbau und Helm Khan

Autor mit chinesischem Kalashnikov Nachbau und Helm Khan in Landi Kotal/Khyber.

Junge Pakistanis die sich eine Ausbildung in Europa, Malaysia, Japan oder den USA nicht leisten können gehen nach China um zu studieren. Das Flugzeug von Islamabad nach Urumqi, der Hauptstadt Xinjiang’s, das wöchentlich verkehrt war bei meinem Flug im August 2009 ausgebucht, Studenten, Metallhändler und Männer aus den Stammesgebieten die nach Pass alle am 1.1. in Domodollah (Bajaur) geboren sind und denen ich die Einreisedokumente ausfüllen musste fliegen hin und her. Genauso gibt es junge Han Chinesen, die nach Islamabad kommen um zu studieren. Mein Nachbar im Flugzeug nach Islamabad nannte als Hauptgrund sein Interesse Urdu/Farsi/Arabisch für Business Zwecke zu lernen und die Arbeitskultur zu verstehen.

China hat sich auch Vertrauen als Helfer in Notsituationen erworben. Während der Kashmir nach dem Erdbeben 2005 zwar noch nicht wiederhergestellt aber so gut wie ohne westlich Präsenz im Wiederaufbau ist, haben chinesische Arbeiter diesen Sommer kashmirische Infrastruktur wiederaufgebaut. In Bagh wurde dafür ein eigener Apartmentblock errichtet, mittlerweile sind die Arbeiter wieder abgezogen, die Einheimischen sind sich nicht im Klaren über den weiteren Verlauf der Arbeiten. Auch im Hunza, ein Gebiet das noch nach Staatsgründung Pakistan’s unter chinesischer Autorität stand und erst später Teil Pakistan’s wurde, wo vor einem Jahr ein Bergsturz ein Dorf auslöschte und hunderte Familien obdachlos machte als sich ein kilometerlanger Stausee bildete, sind chinesische Bautrupps aktiv. Zwar sind diese Einsätze offensichtlich auf Eigennutzen basierend, China ist daran interessiert den Norden Pakistan’s mit zu kontrollieren und stabil zu halten. Aber China ist auch da aktiv wo Medien kein Interesse zeigen und moralischer Erfolg sicher ist wie nach Katastrophen wie den Überschwemmungen. Und während viele Pakistanis einen Europäer oder Amerikaner kulturell eher verstehen würden als einen Han Chinesen, wird deren stiller Einsatz ohne moral-politische Einfordernisse geschätzt.

Weitere Nachlese:

IPCS Special Report 26, June 2006, Urvashi Aneja

China-Pakistan Relations at the Council of Foreign Relations

About Jakob Steiner

... lived, worked and studied in Australia, Europe and Asia.

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